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20.03.2020, 18:39 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Liebe Eltern,

vom Schulpsychologisches und Inklusionspädagogische Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ) in Berlin-Pankow habe ich ein paar Ideen geklaut (und mit eigenen ergänzt), wie während der Corona-Krise mit Kindern gut gelernt werden kann:

Viele Schulen schicken den Kindern jetzt über verschiedene Onlineplattformen Hausaufgaben zu. Das kann, gerade für die Jüngeren, schnell eine Überforderungssituation darstellen. Die Kinder brauchen dann Eltern, nicht für die Erledigung der Hausaufgaben, aber für die Organisation

Was genau steht an? Womit soll gestartet werden? Kann ein Wochenplan helfen, in dem auch Aufgaben im Haushalt zu finden sind?

Welche Erwartungen haben Sie an Ihr Kind? Welche Erwartungen hat Ihr Kind an Sie?

Wie bekommt Ihr Kind Hilfe, wenn es nicht weiter weiß (Hilfe zur Selbsthilfe, zur der Zeit, die auch Ihnen passt)?

Welche Lernziele stehen für welchen Zeitraum fest (z.B. beim Einmal-eins die 5er Reihe) Die Ziele müssen klar, konkret und erreichbar sein.

Gibt es Belohnungen für das Erreichen der Lernziele? Wenn ja, welche (gut sind hier gemeinsame Zeit zum Spielen, gemeinsames Waffelbacken ....)?

Pausen sind sehr wichtig!

Zeigen Sie Interesse, an dem was Ihr Kind macht

Wie kann ich effektiv lernen? Vorher Entspannungsübungen? Yoga ... Jetzt ist die Zeit, solche Dinge zusammen auszuprobieren. Es gibt dazu jede Menge Tutorials im Netz.

Welche Methoden helfen? Z.B. mit einem Karteikasten Vokabeln lernen, der vorher gemeinsam gebastelt werden kann....

Wieviel Medienkonsum ist in der Coronakrise sinnvoll? Es braucht klare Regeln. Und ja, das hat etwas mit Lernen zu tun *hypocritically* *laughing*

Fast überall sind auch bei Beschränkungen Auszeiten Draußen wichtig. Fahren Sie eine Runde Fahrrad mit Ihrem Kind, machen Sie ein Wettrennen um den Block. Machen Sie zusammen 10 Kniebeugen .....

Auch während dieser Krise hilft ein fester Tagesablauf. Besprechen Sie wie die Woche läuft. Besprechen Sie beim Frühstück, wie der Tag laufen wird. Halten Sie an Routinen wie feste Essens - und Schlafenszeiten fest. Und machen Sie auch - mal - eine Ausnahme.

Wenn Ihr Kind, Ihre Kinder Angst hat, sich Sorgen macht: Reden Sie offen und ehrlich und kindgerecht. Wenn Sie Ideen brauchen, wie das geht: Nutzen Sie das wunderbare Elternforum hier *smiling*

Viele Grüße,

bke-Stephan-Bäcker
Zuletzt editiert am: 20.03.2020, 18:42 Uhr, von: bke-Stephan-Bäcker
06.04.2020, 09:59 Uhr | Susanne42
Hallo,

ja auch bei uns ist das gerade Thema mit den Aufgaben zu Hause. Mein Sohn lernt nicht gerne. Wir haben eine gute Lösung gefunden, indem wir gemeinsam entschieden haben, wieviel jeden Tag gelernt wird. Wenn er Zusatzaufgaben oder Blätter macht, gibt es am Ende der Woche eine kleine Aufmerksamkeit oder Geschenk. Wir fahren jetzt gut damit.
Gute Erfahrungen habe ich auch mit einem Wechsel der Lernmethoden gemacht. Anstatt vom Blatt zu lernen, mal einen Film zum Thema ansehen oder auf Youtube ein Video. Auch Diskussionen sind immer ganz wichtig, bei vielen Themen wie HSU, damit mein Sohn selbst überlegt, warum ist das jetzt so.

Wichtig empfinde ich dabei, dass regelmäßig gelernt wird und eine gewisse Struktur vorgegeben wird (wenn das möglich ist ...gerade in Zeiten mit HomeOffice oder zudem noch Arbeiten). Trotzdem darf es kleine Ausnahmen geben, wenn es dem Kind aufgrund einer unruhigen Nacht, mal nicht so gut geht. Dann gibt es an diesem Tag eben etwas weniger Stoff zum Lernen.


Liebe Grüße

Susanne
31.03.2020, 08:43 Uhr | marinadiezweite
Hallo, ja es stimmt. Es gibt nicht die Patentlösung. Und es gibt immer Kinder, die Probleme haben mit Hausaufgaben. Ich finde es markant und auch selbstverständlich, dass nicht alles reibungslos läuft. Denn meist haben die Kinder, die sich nun schwertun, auch vorher schon Probleme mit der Schule und Hausaufgaben gehabt. Ich kann das von meinem ältesten Sohn bestätigen, der eine Weile Schwierigkeiten in Mathe hatte. Als er dann wegen einer Erkrankung wochenlang zu Hause war, drohte er den Anschluss in Mathe komplett zu verlieren. Und reagierte genauso genervt wie detas Kind, wenn man auf Schulaufgaben ansprach. Besonders freute er sich, wenn eine Klassenkameradin vergass, die Hausaufgaben vorbei zu bringen.
Dennoch kann man auch was aus solchen Situationen lernen. Nämlich, dass Schule und Hausaufgaben Sache des Kindes sind. Die Eltern können nur unterstützen, wenn ein Kind Lust und Wille hat, die Aufgaben zu machen. Notfalls kann man ja auch ein paar Schritte zurückgehen, wenn das derzeitige noch nicht beherrscht wird. Oder man vereinbart ein geringes Lernpensum. Meinem Sohn hat in dem speziellen Fall eine gute Nachhilfe geholfen. Sinnvoll ist jedenfalls, dass man die Aufgaben von sich als Mutter entkoppelt. Mutter und Vater sind keine guten Lehrmeister und Lehrer. Meistens.
Ich weiß, ich greife da immer hoch. Aber ein Stück Freiwilligkeit muss gegeben sein bei den Kindern. Je nach Alter ist es wichtig, dass sie zu bestimmten Zeiten selbstständig ihre Aufgaben machen. Hier war kürzlich auch ein Tipp, was die Wahl der Hausaufgabenzeit und die Bearbeitung und Unterstützung durch die Eltern betrifft. Ich stimme übrigens dem Kind zu, es warnt schon morgens, lass mich bloss in Ruhe damit. Na ja, ich antworte mal, dass ich mich von sowas nicht einschüchtern lassen möchte als Mutter. Zeigt es doch auch die Angst des Kindes vor diesen Aufgaben und die Ausblendung der Notwendigkeit.
Ich hatte übrigens schlechte Erfahrungen mit dem Verschieben gemacht. Abends nach dem Abendbrot lernt niemand mehr gern. Wann lernt man gut, ich behaupte aus eigenen Erfahrungen: Wenn man am wenigsten Bock dazu hat. Genau nach dem Mittagessen eine halbe Stunde, nicht länger. Am besten auch ungestört. Und ohne strenge Elternkontrolle. Einfach eine halbe Stunde das Buch vor die Nase. Notfalls alte Aufgaben durchrechnen, die in den Mathebüchern gut erklärt sind.
Wo es Probleme mit den Rückfragen gibt, da ist es sinnvoll, dass die Kinder diese Fragen dem Lehrer stellen.
Es gibt inzwischen Kinder, die sagen, zu Hause kann man viel besser lernen. Ruhiger. Jedenfalls ist es gut, am Ende des Tages sich Fragen aufzuschreiben.
30.03.2020, 15:59 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Hallo Deta, twinky und alle anderen,

wie geht es Ihnen mit den Hinweisen und Antworten? Wir bekommen derzeit viele Anfragen zu dem Thema "Homeschooling". Mir ist wichtig: Weniger ist manchmal mehr. Wenn Sie merken, dass es Streit und Ärger gibt, lieber eine Pause machen. In den Arm nehmen. Klären, ob bzw. wann Sie zusammen weiter machen. Das ist für alle jetzt echt eine Herausforderungen. Weder die Schulen, noch die Eltern und schon gar nicht die Kinder waren auf so eine Situation eingestellt. Wir können jetzt alles zusammen üben. Und so verhalten, dass etwas Gute dabei herauskommt.

Ich komme noch mal zu weniger ist mehr: In den Arm nehmen ist eine meiner Lieblingsmethoden. Davon kann es nicht genug geben, mit oder ohne Corona. Und Kinder haben das immer verdient, auch wenn sie furchtbar nervig waren. In den Arm nehmen beruhigt. Zusammen kann gewartet werden, bis reden wieder geht. Und dann hilft: "Komm, wie lassen die Schule Schule sein, backen erst mal Waffeln (falls es Mehl gibt, sorry, aber der musste sein *hypocritically* und machen danach weiter."

Schalten Sie öfter zusammen ab. Dann können die Kinder auch wieder alleine weiter machen.

Viele Grüße schickt

bke-Stephan-Bäcker
Zuletzt editiert am: 30.03.2020, 16:53 Uhr, von: bke-Stephan-Bäcker
26.03.2020, 20:23 Uhr | bke-Kira-Morgenthal
Guten Abend deti und twinky-99,

schön, dass Sie offen darüber berichten, wie es wirklich läuft. Es ist nicht ideal und total chaotisch. Ja, so läuft es in den meisten Familien gerade. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es mit drei Kindern im unterschiedlichen Alter plus Homeoffice zuhause nicht harmonisch abläuft und manchmal auch nicht ganz klar ist, was man für die Schule tun muss. Ich weiß auch, dass es "gute" Tage gibt und eher "schlechtere". Sie haben mein vollstes Verständnis.

Man erwartet von Ihnen Leistung und Sie erwarten es von den Kindern und... natürlich von sich selbst. Das ist eigentlich total verständlich. Leider ist es aber total neue Situation für ALLE Beteiligten und ich gehe davon aus, dass KEINER die Leistung im Moment Zuhause in dem Ausmaß erfüllen kann, wie es unter normalen Umständen wäre. Also schauen Sie bei sich gerade selbst nach, was Sie leisten können und ob es weniger als zu 100 Prozent reicht oder nicht. Wenn nicht, muss es jemand mit übernehmen: Kollegen ohne Kinder oder Partner. Ich gehe davon aus, dass Sie gerade das Beste tun und das, was geht, leisten. Ich glaube, dass Ihre Kinder auch ihr Bestes tun und sich an diese Phase des Lebens zuerst langsam gewöhnen. Es gibt Konflikte, Reibungen und "alte" und "neue" Themen, die zum Vorschein kommen. Außerdem müssen Sie bedenken, dass starke Gefühle zum Vorschein kommen, die man sonst nicht fühlt oder nicht zeigt. Achten Sie gut auf sich selbst in dieser Phase und versuchen Sie den Kindern mitzuteilen, wie es Ihnen gerade geht. Danach lassen Sie auch ihnen Raum für Gefühle und offene Fragen. Man darf durcheinander und desorganisiert sein, weil es eine neue Situation ist. Wenn Sie an der Beziehung immer wieder Arbeiten: spazieren gehen, spielen, reden, kuscheln, einfach zuhören..und erst dann über das Organisatorische sprechen, schaffen Sie eine gute Basis in den Beziehungen. Das Eine geht NICHT ohne das Andere. Sie sind keine Maschinen und Ihre Kinder sind es auch nicht. Normalerweise empfehlen wir in der Beratungsstelle den Eltern sonst sich aus dem Bereich "Hausaufgaben" rauszuhalten oder für sie bei Schwierigkeiten externe Hilfen zu holen, damit es weniger Konflikte gibt. Nun muss es irgendwie zwischen ihnen klappen. *whistle* Es ist einfacher gesagt als getan.

Sie geben die Musik an. Lassen Sie uns hier im Forum überlegen, was Sie dafür im Moment noch brauchen (nicht von Außen, sondern von Innen), um diese Lebensphase so gelassen wie möglich zu gestalten. Sammeln Sie Ideen und Fragen. Sprechen Sie sich aus. Wir sind für Sie da.
Aber bitte: erwarten Sie keine Harmonie und bleiben Sie für starke Gefühle bereit und offen. Es ist anders als sonst und wir regulieren uns ALLE sonst. Gerade geht es kaum und die Besinnung auf sich selbst ist vordergründig. Jetzt sind wir auf uns selbst geworfen und unsere Kinder aber auch. Das ist nicht schlimm, sogar förderlich und trotzdem so ungewohnt und anstrengend ohne Ende.

Ich gehe immer davon aus, dass das Wesentliche NICHT durch weniger Leistung oder nicht zu Ende geführte Hausaufgaben zerstört werden kann. Wenn Sie größere Schaden befürchten, schreiben Sie darüber. Im Austausch finden Sie Eltern, die ähnlich wie Sie fühlen oder große Ängste gerade haben und es den Kindern entweder nicht zeigen oder mit ihnen Konflikte haben. Das liegt an der Situation und nicht nur an Ihnen oder an Ihren Kindern.

Wie wäre es, wenn Sie für einige Pausen am Tag für sich sorgen und schauen, ob es was verändert oder wenn Sie den Tag anders beginnen als sonst?

Trotzdem eine erholsame Nacht wünscht Ihnen

bke-Kira-Morgenthal
Zuletzt editiert am: 26.03.2020, 20:31 Uhr, von: bke-Kira-Morgenthal
26.03.2020, 15:19 Uhr | twinky-99
Hallo,
tatsächlich klingt der Vorschlag von Herrn Bäcker total harmonisch und schön.. wenn aber die Betreuung des Kindergartenkindes parallel mit der Hilfslehrerschaft für eine fast 12-Jährige und einen 14-Jährigen und parallel zum HomeOffice laufen soll, sieht das oft anders aus. Den Unwillen, den deta beschreibt, erlebe ich auch bei meinem Mädchen. Leider gibt's da von der Schule auch keinerlei Kontrolle oder Unterstützung - die Aufgaben werden online gestellt und "sollen" alleine abgearbeitet werden bevor in der nächsten Woche die nächsten Dateien zum Ausdrucken online sind. Selbst wenn die beiden Schulkinder mal für 20min selbständig arbeiten, wittert der Kleine sofort die Möglichkeit und möchte mit mir spielen oder rausgehen oder basteln. Immer abblocken geht ja auch nicht - infolgedessen bleibt die Arbeit liegen. Das Ganze ist sehr unbefriedigend für alle Beteiligten.
Wenn die Aufgaben nicht alleine bewältigt werden können, helfen auch keine Zeit- oder Tagespläne. Ich weiß wirklich nicht, wie das sinnvoll organisiert werden kann.
LG twinky-99
Zuletzt editiert am: 26.03.2020, 15:20 Uhr, von: twinky-99
25.03.2020, 21:20 Uhr | deta
Hallo,
ja, das klingt so einfach! ist es aber nicht. Mein Sohn (12) steht auf, ich sage "Guten Morgen" und er brüllt mich an: "sprich nicht über die Aufgaben!". Später versuche ich das Gespräch darauf zu lenken, biete ihm an, einen Plan zu machen; er schreit und läuft weg … Wir bestehen darauf, dass er bleibt und mit uns redet, er bleibt und redet nicht; später macht er dann doch Mathe … wir loben ihn, er will wieder nichts hören … Jetzt am Abend sagt er mir, dass es so schrecklich ist, dass er ständig neue Aufgaben bekommt, kaum hat er eine fertig.
Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass er zu viele Aufgaben bekommt. Insbesondere soll er für Musik eine Gruppenarbeit machen - ihm ist allerdings nicht klar, wie. Leider können wir nur sehr schwer mit ihm darüber reden.
Ich habe gestern der Elternpflegschaftsvorsitzenden eine Mail geschrieben, dass wir den Eindruck haben, dass zu viele Aufgaben gegeben werden und sie will es an die Klassenlehrer weitergeben.
Also vor allem ist unser Problem: Wie können wir durchsetzen, dass er seine Aufgaben macht, wenn wir gleichzeitig den Eindruck haben, dass die Schule ihn unnötig unter Druck setzt? Wir können wir ihm helfen?
Er ist ein sensibles Kind, die ganze Situation nimmt ihn sehr mit. Wir überlegen schon länger, ob wir ihn vom Gymnasium auf die Realschule geben sollten, aber im Moment nützt uns das ja auch nicht.

Viele Grüße
Deta

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