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10.05.2021, 04:40 Uhr | Mona108
Liebes Forum,

ich lebe zur Zeit mit meinen beiden jüngsten Kindern (11+15) und meinem Mann in Australien.
Wie sicher jeder schon mitbekommen hat, sind die Grenzen zu Australien wegen Corona dicht. Keine Chance, zwischen Europa und Australien hin und her zu reisen.

Nun muss ich Ende diesen Jahres nach Deutschland aus familiären Gründen.

Meine Familie könnte noch in Australien bleiben, allerdings dann für ca. 6 Monate (geht vertraglich nicht kürzer) und wir hätten keine Chance, uns zwischendurch zu sehen.
Das mag ja alles soweit gut sein, solange keiner krank oder unglücklich ist.
Andererseits leben wir hier unbeschwert und frei von Einschränkungen, was in Europa ganz anders wäre.

Hat das schon mal jemand praktiziert? Womit muss man rechnen, was Kinder mit 11 Jahren durchmachen müssen, wenn die Mama so lange weg ist? Um meinen Sohn (15) mache ich mir nicht sooo viele Gedanken. Er ist sowieso mit sich beschäftigt.


Ich freue mich über alle Gedanken, Einwände, Tipps usw.
Zuletzt editiert am: 10.05.2021, 07:28 Uhr, von: Mona108
13.05.2021, 10:56 Uhr | Louise-19
Hallo Mona,
dieses Risiko ist hoffentlich sehr klein, aber man muß darauf vorbereitet sein.
Jedoch betrifft es hauptsächlich Deinen Mann, also sollte er derjenige sein,
der entscheidet, ob er bereit ist, es zu tragen.
Viele Grüße und alles Gute,
Louise
13.05.2021, 04:02 Uhr | Mona108
Hallo Louise,
ja, genau. Das wäre der super-GAU.
Ich käme nicht zurück, die Quarantäne gibt es nur für Australische Staatsbürger, was sich bis dahin geändert hat steht in den Sternen. Es ist aber nicht damit zu rechnen.
Die Kinder sind allerdings nicht mehr so klein, sie könnten zur Not auch alleine fliegen, wenn der Notfall meinen Mann betreffen würde.

Ich tendiere dazu das nicht zu machen, sondern lieber hier alles abzubrechen und gemeinsam zurück zu gehen.
... Schwierige Entscheidung.
12.05.2021, 11:56 Uhr | Louise-19
Hallo Mona,
der Notfall bestünde darin, daß Dein Mann schwer erkrankt oder aus anderen Gründen ausfällt.

Du dürftest nicht nach Australien zurückreisen.
(Oder ginge das mit wochenlanger Quarantäne doch?)

Was sollen die Kinder in diesem Fall tun?

Wenn Ihr nichts vorbereitet, kämen sie vermutlich in ein australisches Kinderheim.

Besprich das mit Deinem Mann.
Das klappt schon. Ihr schafft das. Liebe Grüße,
louise
11.05.2021, 15:30 Uhr | bke-Claudia-Rohde
Hallo Mona,
ich lese aus Ihren letzten Zeilen, dass es Ihnen auch Sorge bereitet, wie die Pandemie weitergeht. Sie haben Angst, dass Sie in Deutschland sind und Ihre Familie dann nicht einreisen darf, oder so etwas. Das kann wohl jeder nachvollziehen.
Da können Sie nur hoffen, dass die momentan positive Entwicklung eben anhält und das Reisen wieder normal wird.
wir drücken Ihnen jedenfalls ganz fest die Daumen.
bke-Claudia
10.05.2021, 22:45 Uhr | Mona108
Pauliprinzessin schrieb:
Mal anders gefragt- würdest du dir die gleichen Gedanken machen, wenn der Papa ein halbes Jahr nicht da wäre?


Wie viel Zeit ist noch bis zu deiner möglichen Abreise?
Welche Befürchtungen hast du , was kann alles passieren, schief laufen , wenn Du die Fäden nicht in der Hand hast und gleich springen kannst?
Welche Ressourcen habt ihr in Australien außer euch beiden als Eltern ?


Danke für deinen Zuspruch.

Ja, ich würde mir tatsächlich dieselben Gedanken machen, wenn es um den Papa ginge. *wink* Aber prinzipiell hast du natürlich recht mit deinem Einwand, dass es in den Köpfen immer "schlimmer" ist, wenn es die Mutter ist, die fehlt.

Meine Abreise wäre im November, es ist also noch Zeit. Die wird allerdings schnell rumgehen.
Ich habe nicht die Befürchtung, dass hier nichts klappt. Mein Mann ist durchaus kompetent. Aber ich lebe hier bereits die gesamte Coronazeit und habe schon schmerzlich erfahren, wie es ist, wenn in Deutschland jemand sehr krank wird oder stirbt oder etwas anderes passiert, was einen normalerweise dazu bringen würde, dorthin zu reisen, aber man kann nicht, weil man "im goldenen Käfig" sitzt.
So könnte halt auch was mit meinen Kindern oder meinem Mann sein und mir sind die Hände gebunden. DAVOR habe ich Angst.

Die Ressourcen sind nicht schlecht für den Alltag. Das würde schon werden.
10.05.2021, 15:56 Uhr | Pauliprinzessin
Mal anders gefragt- würdest du dir die gleichen Gedanken machen, wenn der Papa ein halbes Jahr nicht da wäre?

Das schlechte Gewissen der Mütter, es ist ihnen schließlich schon in die Wiege gelegt worden, dass nur sie sich um die Kinder kümmern können.

Klar, ein halbes Jahr ohne ein Elternteil ist ein Bruch den die Kinder und auch der Partner durchstehen müssen und nach dem halben Jahr muss man sich auch wieder zusammen raufen.

Ist aber das was Kinder täglich erleben- in der Regel ist es der Vater der auf der Bohrinsel verschwindet, über die Meere schippert oder im Ausland auf Montage abkommandiert wird.
Für Mütter ist das eher nicht vorgesehen und sie werden krumm angesehen wenn sie mal auf Dienstreise für einige Zeit verschwinden müssen.


Wie viel Zeit ist noch bis zu deiner möglichen Abreise?
Welche Befürchtungen hast du , was kann alles passieren, schief laufen , wenn Du die Fäden nicht in der Hand hast und gleich springen kannst?
Welche Ressourcen habt ihr in Australien außer euch beiden als Eltern ?
Du kannst auch schon mal jetzt damit anfangen deine Tochter etwas selbständiger zu machen und ihr mehr Aufgaben geben.
Durch das Internet und die Videotelefonie kannst du auch aus Deutschland täglich bei deiner Familie sein. Eben nur nicht physisch. Aber Zuspruch etc funktioniert.
So ein halbes Jahr ist ja schneller rum als man vorher meint.

Ich habs nur bei einer Freundin erlebt, sie musste sich einige Monate in einer Klinik verschanzen , zunächst einige Wochen auch ohne jeglichen Kontakt zur Familie. Sie ist dann wieder gesund nach hause gekehrt und die Kinder, beide im Grundschul/Kita Alter haben es auch ohne sie überlebt und keinen Schaden erlitten. Es geht also. Man muss sich als Mutter nur vom schlechten Gewissen und von dem Gedanken nur man selbst allein kann alles und ist die wichtigste Person verabschieden.
10.05.2021, 11:13 Uhr | Mona108
bke-Lana-Winthers schrieb:

Verstehe ich es richtig, dass der Mann und die Kinder erst ein halbes Jahr später auch nach Deutschland zu Ihnen nachreisen werden und erst im halben Jahr wären sie wieder vereint?

Wenn ich versuche mich in Ihre Lage zu versetzen, merke ich, wie lang ein halbes Jahr ist und der Abschied wäre sicherlich für alle Beteiligten nicht einfach. Ich lese raus, dass Sie besonders in Sorge um Ihre 11jährige Tochter sind. Das sieht bei dem Sohnemann schon wieder anders aus. Woran liegt das? Sind das die unterschiedlichen Altersstufen oder ist Ihre Tochter ein „Mamakind“? Oder sind es ganz andere Gründe?



Liebe Frau Winther,

vielen Dank für Ihre Zeilen.
Ja, das stimmt. Meine Familie würde noch für 6 Monate in Australien bleiben und dann nachkommen.

Das ist noch nicht vollständig entschieden, sondern eine Möglichkeit, die wir ernsthaft ins Auge fassen.
Ich mache einen Unterschied zwischen meinem Sohn und meiner Tochter wegen des Alters. Ich denke, mit 11 braucht man seine Eltern noch mehr als mit knapp 16. Aber das kann sich natürlich im Alltag auch anders zeigen.

Mein Sohn (15) sagt aber auch ganz deutlich, dass er mich vermissen würde.
Meine Tochter (11) kann das meiner Meinung nach nicht so richtig überblicken. Zeit alleine mit Papa findet sie prinzipiell eine schöne Vorstellung, aber es ist ihr nicht so bewusst, wie viel ich dazu beitrage, dass der Alltag läuft. Für sie würde sich in Sachen Selbstständigkeit sehr viel verändern müssen. Ich bin mir unsicher, wie viel man ihr zumuten kann.

Ich empfinde es als sehr schwierige Entscheidung.
10.05.2021, 10:43 Uhr | bke-Lana-Winthers
Guten Tag Mona108,

beim Lesen Ihrer Zeilen, merke ich, wie schwer Ihnen die anstehende Entscheidung und der Abschied von Ihren Kindern und Mann, fällt. Wenn es Ihnen möglich wäre, dann würden Sie am liebsten in Australien bleiben und dort mit der Familie leben.

Verstehe ich es richtig, dass der Mann und die Kinder erst ein halbes Jahr später auch nach Deutschland zu Ihnen nachreisen werden und erst im halben Jahr wären sie wieder vereint?

Wenn ich versuche mich in Ihre Lage zu versetzen, merke ich, wie lang ein halbes Jahr ist und der Abschied wäre sicherlich für alle Beteiligten nicht einfach. Ich lese raus, dass Sie besonders in Sorge um Ihre 11jährige Tochter sind. Das sieht bei dem Sohnemann schon wieder anders aus. Woran liegt das? Sind das die unterschiedlichen Altersstufen oder ist Ihre Tochter ein „Mamakind“? Oder sind es ganz andere Gründe?

Sicherlich war es schwierig für Sie als Eltern diese Entscheidung so zu treffen, aber bestimmt laufen schon diesbezüglich Absprachen und Vorbereitungen innerhalb der Familie. Haben Sie schon mit Ihren Kindern über das Anstehende gesprochen? Wie haben die beiden darauf reagiert?

Sie stellen die Frage, was die Kinder in dem Alter durchmachen müssen, wenn sie ihre Mutter halbes Jahr nicht sehen und wie die Erfahrungen sind. Ich hoffe, Sie bekommen Antworten von Usern, die vielleicht schon ähnliches als Familie durchgemacht haben und über ihre Erfahrungen schreiben können.

Ich selber denke, dass sie als Familie viele Absprachen treffen müssen, damit der Alltag nach Ihrer Abreise weiterhin fast wie gewohnt ablaufen kann. Damit die Alltagsstruktur bleibt. Klärung wer für was zuständig ist. Was tun oder wie sind wir in Australien eingebunden, wenn z.B. ein Kind aus der Schule überraschend abgeholt werden muss. Wer kann Ihren Mann dort noch entlasten?

Ich wünsche Ihnen einen guten Austausch und drücke die Daumen, damit die Veränderung im Leben Ihrer Familie reibungslos verläuft.

Liebe Grüße
bke-Lana-Winthers

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