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21.02.2022, 15:00 Uhr | jess_lange
Mein Partner hat ein 9-jähriges Kind, welches nicht einfach ist.
Ich fühle mich oft wie ein Spielzeug für das Kind, da ich "gut genug bin", wenn sie etwas möchte - spielen, essen, den Papa überreden, quatschen, von der Schule abholen usw. - ansonsten aber von ihr nicht sonderlich nett behandelt werde. Gerne stellt sie mich bloß, diskutiert, unterstellt mir falsche Tatsachen, provoziert mich indem sie mit Absicht nervige Sachenmacht/sagt ... und das alles vor ihrem Vater. Da ich zum Glück ein ruhiges Gemüt habe, ist es immer friedlich abgelaufen und sie hatte keinen Grund, sich weiter hineinzusteigern bzw. konnte sie mich nicht weiter aus der Reserve locken. Nun habe ich aber Angst. dass es ihr bald gelingt und ich bald so genervt bin, dass es sich unglücklich äußert und ich doch mal energischer reagiere. Ich habe gehofft, sie hört damit irgendwann auf, wenn sie merkt, dass sie nicht weiter kommt, doch leider beweist sie mir gerade einen langen Atem.
Wie kann ich dem (besser) entgegenwirken?
jla
11.03.2022, 08:38 Uhr | marinadiezweite
Hallo jess-lange, ich habe ganz bewusst mal die eine Situation genau "analysiert ". Denn es geht dabei nicht nur um das, was man sagt, weiss, wissen müßte. Es geht dabei bei euch dreien auch um die Zwischentöne und die insgesamt emotionale Seite. Dabei ist in keinster Weise gemeint, dass du immer Rücksicht nehmen solltest. Oder über den Dingen stehen.
Es geht mir eher darum, einfach zu erkennen, dass eine 9-jährige durchaus in einer kindlichen Welt lebt.
Wenn Sie bestimmte Regeln kennt , diese aber nicht beachtet. Ist das zunächst nicht ungewöhnlich, finde ich. Alle Kinder, die ich so kenne, müssen immer mal wieder an verschiedene Regeln erinnert werden. Du schließt aus einer ihrer Äußerungen, dass sie die Regel mit dem ausreden lassen ja kennt. Aus deiner Erwachsenensicht hat sie sie missachtet, obwohl sie sie kennt.
Ich setze da an, dass man auf diesem Punkt nicht weiter eingeht. Warum, wieso, weshalb. Vielleicht will sie dich ja respektieren , vielleicht auch nicht. Es ist nur so, dass Erwachsene vielleicht eher mal die Kurve kriegen können. Das heißt nicht, sich dauernd zurückzunehmen. Sondern diese deine Einschätzung, dass du belehrt und geärgert werden sollst, einmal überdenkT. Letztlich wurde vielleicht was in der Erziehung versäumt. Mir scheint wichtig, dass solche Situationen mit ein zwei kurzen knackigen Sätzen beendet werden. Es ist dabei auch nicht schlimm, mal zu sagen, stop stop. Viele dieser Situationen kann man dann leichter meistern und schneller abhaken
10.03.2022, 14:04 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Hallo jess_lange,

hört sich so an, als hätten Sie jetzt einige Ideen, was Sie demnächst anders machen und ausprobieren wollen. Sie dürfen gerne berichten, wie es Ihnen mit der Umsetzung ergangen ist *smiling*.

Viele Grüße,

bke-Stephan-Bäcker
09.03.2022, 11:08 Uhr | jess_lange
Guten Morgen und Danke für die vielen und auch wieder hilfreichen Antworten. *hug*

Dazu möchte ich ganz kurz auf die Worte von jedem einzelnen kurz eingehen.

bke-Fiona-Mira - Das ist eine total tolle Idee mit den Familiengesprächen und ich habe auch sofort mit meinem Partner darüber gesprochen. Jetzt müssen wir nur schauen, dass wir entsprechend Regeln entwerfen. Auf jeden Fall darf es aus keiner Richtung zur "Anklagebank" werden, es sollte jeder nicht so tolle aber eben auch gute Dinge vortragen können und es können/sollten gewiss auch Wünsche und Ziele gemeinsam besprochen werden. Zumindest würde ich mir wünschen, so auch von den anderen beiden zu erfahren, wie sie manches sehen und sie dadurch besser verstehen. Mal nicht nur zwischen Tür und Angel und sich auf den anderen zu konzentrieren, motiviert mich auf jeden Fall, diese Idee aufzugreifen. Daumen hoch

marinadiezweite - Ich weiß ganz genau, was du mir/uns damit sagen möchtest. Und sei dir gewiss, ich/wir suchen nicht den Fehler beim Kind. Leider sind in der Vergangenheit wohl einige Sachen nicht so ernst genommen worden. Das mit dem Dazwischen-Sprechen ist eindeutig erziehungstechnisch nicht ganz so konsequent angesprochen worden. Sie weiß aber durchaus, dass es falsch ist und für den Sprechenden unangenehm, wenn man unterbrochen wird - sonst hätte sie mich im Gegenzug nicht entsprechend ermahnt. Was ich damit sagen will, ist, dass ich es durchaus einfach nur für mich als Gratwanderung sehe, was einerseits den Respekt als Erwachsener angeht, unabhängig davon, dass ich die Freundin des Vaters bin, andererseits natürlich sehr gerne sehe, wenn ein Kind so gerne erzählt. Dazu kommen leider eben noch die anderen schon geschilderten Sticheleien, die mich durchaus dazu bringen, zu versuchen, mich nicht persönlich angegriffen zu fühlen, so dass ich permanent die Einstellung vertreten muss "darüber stehen zu wollen". Das fällt nicht immer leicht, aber ich denke, ich mache das schon ganz gut. Dass ich nicht geantwortet habe, lag ganz einfach auch an ihrem Ton, nicht, weil ich beleidigt war. Doch, ich denke, es ist diesbezüglich genug geschildert und ich nehme gerne deine Hinweise an. Schlussendlich haben wir ja alle das gleiche Ziel: Das alle glücklich sind. *smiling*

Luise-19 - Der Plan war jetzt auch mindestens einen Tag in der Woche dann den Abend und einen ganzen Tag am Wochenende. Letzte Woche hat das gut geklappt. Da war ich einen Abend bei einer Freundin und kam dann als sie schon schlief und dann den ganzen Sonntag und Montagmorgen, weil ich bei mir schlief. Das war jetzt die erste Woche so und ich denke, das wird sich sicherlich dann auch gut einspielen. Noch fühlt sich das durch das Vermissen eher wie eine Bestrafung an, wird sich aber mit der Zeit dann aber sicherlich auch irgendwann gut und richtig anfühlen. Gerade wie du schon sagst: Dann lieber weniger und dafür schöne Tage für alle. Und die Bindung zwischen der Kleinen und ihrem Vater kann so auch weiter wachsen. Also ja, auch dir gebe ich Recht und ich denke, das wird ein guter Weg für eine lange und glückliche gemeinsame Zeit. *happy*
jla
08.03.2022, 18:13 Uhr | Louise-19
Hallo Jess,
ich glaube inzwischen, das es nicht ausreicht, Dich nur etwas zurückzuhalten.
Ich denke, in der Woche, in der das Kind beim Vater ist,
solltest Du mindestens 2 ganze Tage in Deiner Wohnung verbringen,
gegebenenfalls mehr, einen davon am Wochenende.


Es ist besser, nur 3 oder 4 gemeinsame Tage pro Woche zu verbringen,
die aber wirklich angenehm und entspannt für alle verlaufen.

Achte auf Deine Gesundheit und Dein allgemeines Wohlbefinden.
Verbringe Zeit mit Deiner Familie und Deinen Freundinnen.
Viele Grüße,
Louise
Zuletzt editiert am: 08.03.2022, 18:39 Uhr, von: Louise-19
08.03.2022, 17:53 Uhr | marinadiezweite
Hallo jess-lange. Die Schilderung der Situation lässt mich nun folgendes sagen wäre das Kind kein Kind sondern dein Mann, würde man sagen: Kommunikation völlig zerrüttet. Und Goldwaage aus allen Richtungen. Ich würde da sehr empfehlen, dass du zunächst mit deinem Partner dich beraten lässt. Dass ihr dabei eure Kommunikation besser verrsteht.
In Bezug auf das Mädchen würde ich dir aber raten, ein wenig unempfindlich zu werden. Klar, sie hat dich nicht zu Wort kommen lassen. Einige Male. Als du sie angesprochen hast, hat sie für mein Gefühl aber gut reagiert. Denn ich weiß, dass auch Erwachsene sich oftmals gegenseitig unterbrechen. Besonders, wenn einer meint, er hat was wichtiges. Und der andere so dünn und wenig resolut sich durchsetzt.
Daher finde ich das "Jetzt du" nicht so empörend. Aber die Emotionen schießen hoch. Ich persönlich pflege den Spruch, jetzt will ich nicht mehr, sehr sparsam zu verwenden. Das hat sowas von beleidigt sein.
Nutze die Aufforderung von Ohr, selbst wenn du das als frech empfunden hast .
Nehme das einfach in eine positive Richtung. Da ist es hilfreich, die besagten Gesprächsregeln wie auch andere Regeln einzuüben. So, dass dann nächstes Mal nur ein ,huhu, jetzt bin ich dran, reichen sollte. Oder ein Handzeichen. Sollte dir entfallen sein, was du sagen wolltest, kannst du das ohne Emotionen kurz darstellen. Nach der Devise: Helft mir doch mal kurz.
Ich finde, Entschuldigung, dass ich das so schreibe, dass dein Partner es nicht gut gemacht hat. Denn es ist wieder wie bei Erwachsenen: Holt man sich Schützenhilfe für etwas, kann man ganz schlecht wieder zurück. Weisst du etwa, was ich meine? Das ist wie wenn i h frage: Findest du das auch unverschämt, wie xy sich gerade verhalten hat?
Das ergibt im Prinzip drei Verlierer. Davon 2, die sich verbünden und ein Kind, das verloren hat. Obwohl ihr alle drei auf eine Art recht hattet
04.03.2022, 12:15 Uhr | bke-Fiona-Mira
Hallo jess-lange,

es ist gar nicht so einfach, als Nichtmutter mit einer anfangenden Pubertierenden und derem Vater zusammenzusein!

Wie wäre es denn, wenn sie mit ihrem Partner und dessen Tochter (nach Vorbereitung mit ihrem Partner) Familiengespräche führen würden - wo es um die Regeln des Zusammenlebens geht?

Punkte könnten da z.B. sein, dass man einander ausreden läßt, sich nicht unterbricht, und auch, dass ihr Partner klar dazu Stellung bezieht. Weitere Themen könnten ihr Stand in der Wohnung sein - dass Sie z.B. wenn Ihr Partner nicht da ist oder auch sonst - etwas zu sagen haben.....

Es war sehr gut, dass Ihr Partner Ihnen den Rücken gestärkt hat!

Das was Sie geschildert haben könnte auch ein Machtkampf und die beginnende Pubertät sein.

Da braucht man gute Nerven und gute Abstimmung, Auszeiten und auch manchmal Erholung von der Situation.

Vielleicht könnten Sie sich auch bei einer Beratungsstelle vor Ort Unterstützung holen?

Herzliche Grüße, bke-fiona-mira
04.03.2022, 10:43 Uhr | jess_lange
Hallo nochmal,
ich muss mich (leider) noch einmal hierzu melden. *hypocritically*
Vielleicht wisst ihr ja wieder Rat?!
Zu dem "Austesten" und "Provozieren" kommt für mich gerade die Herausforderung hinzu, nicht Ernst genommen zu werden.
Das äußert sich darin, dass ich ständig - und ich meine wirklich ständig - unterbrochen werde, wenn ich etwas sage, aber in so einem Maße, dass es nicht mal wirklich um die Gegenargumentation geht, sondern eher vollkommene Ignoranz. Ich werde quasi gar nicht gehört - es wird einfach drauf losgesprochen, obwohl ich gerade noch rede bzw. gerade angefangen habe zu sprechen. Andersherum wurde ich vor kurzem in einem ziemlich herrischen Ton ermahnt wurde, als ich (wirklich aus Versehen) schon anfing zu sprechen als sie noch einen Satz anfügen wollte.
Ich verstehe dann auch meinen Partner nicht, dass er dann "dabei mitmacht" und das Gespräch dann mit ihr seelenruhig führt, statt zu bemerken, dass ich ja noch sprach und sie entweder auch darauf aufmerksam macht und/oder mein Gesagtes nochmal hinterfragt. Hat er mich dann auch nicht gehört? Oder will auch wieder nur keinen Ärger provozieren, wenn sie nicht ihre Antwort bekommt?

Keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll. *speechless*

Gestern ist es sogar eskaliert. Wieder wurde ich mehrmals unterbrochen - ein paar Mal schaue ich mir das ja auch noch mit an. Aber dann habe ich eine kurze Atempause genutzt und mal direkt gefragt, warum ich immer nicht ausreden darf. Es folgten ein "Hä? Du hast gesprochen?" und ein "Dann sag doch mal jetzt!" in einer Dauerschleife. Es ging ja dabei nicht darum, WAS ich sagen wollte, sondern eher darum DASS ich was sagen wollte. Nachdem sie zirka 4 oder 5 Mal die Aufforderung "Nun sag doch jetzt mal!" wiederholte, ich mit einem "Thema ist jetzt schon vorbei." antwortete, schritt ihr Vater ein und sagte leider ziemlich schroff, dass sie mich endlich in Ruhe lassen sollte. Sie fing an zu weinen. Ihr Vater tröstete und die Stimmung war im Eimer.

Ich bin ja so schon unsicher, was ich sagen und machen darf/sollte - nun spitzt sich das in der Hinsicht immer weiter zu. Ich sitze jetzt schon oft nur daneben und traue mich nicht etwas zu sagen. Und nun eskaliert das alles auch noch wegen meiner Nachfrage, so dass Vater und Tochter dadurch aneinander geraten.
Nach einem Gespräch mit ihm, sagt er, ich hätte ja nichts gemacht - aber ist das wirklich so?

Ich wünsche euch schon mal ein schönes Wochenende und würde mich wieder über Tipps freuen. Bis denn dann *bye*
jla
25.02.2022, 09:34 Uhr | Louise-19
Dabei ist es aber natürlich unerheblich, ob ihr Vater oder ich das aussprechen. (Zitat)

Nein, ist es nicht.
Das ist nur und ausschließlich Sache des Vaters.

Rede mit dem Vater, wenn sie nicht da ist, und kläre das ein für alle Mal.
Wenn er es nicht so wichtig findet, daß man sich vor dem Essen die Hände wäscht,
und Du das widerwärtig findest, trenn Dich.
(Du wärst auch nicht mit einem Raucher zusammen, oder wer sich nur ganz selten duscht oder Ähnliches.)
Wenn Du damit leben kannst, weil Du ein gesundes Immunsystem hast, bleib.

Aber die Erziehung des Kindes ist Nicht Deine Sache.
Viele Grüße, L-19
Zuletzt editiert am: 25.02.2022, 14:03 Uhr, von: Louise-19
24.02.2022, 19:50 Uhr | marinadiezweite
Hallo jess_lange. Du schriebst ja, dass das Mädel sehr provokant ist. Und das alles vor ihrem Vater. Ich denke, es gehört auch dein Partner dazu. Dass er mal dezent Stellung bezieht. Sie will ja provozieren. Da ist es eher seltsam, wenn einer immer dazu schweigt, der andere sich zusammen reisst. Ich bin immer noch der Meinung, dass man sich das nicht antun muss.
Ich würde jedoch bei aller Rücksichtnahme und Verständnis auch authentisch sein. Was würdest du denn gerne mal sagen wollen? Nun ist aber mal Pause. Klar, in dem Alter diskutieren wohl manche Kinder gern.
Dauerbeschuss sollte jedoch nicht sein. Was die Essenregeln betrifft : Das Beispiel mit dem Käse. Ja, kann man so sagen, kann man auch lassen. Wenn es aber sein soll, dann hängt einfach paar klare Regeln an den Kühlschrank. Dann gibt es für Selbstverständlichkeiten wie Händewaschen kein Problem . Denn es darf nicht sein, dass solche Dinge Konflikte werden. Frag sie übrigens ab und an mal, wie sie dieses oder jenes lieber machen würde. Das musst du ja nicht alles toll finden. Aber es ist ganz interessant, wenn sie sich mal erklären soll.
24.02.2022, 16:10 Uhr | jess_lange
Hallo ihr Lieben,

das sind wieder sehr tolle Antworten von euch. Und ich nehme auf jeden Fall einiges mit auf den Weg. Daumen hoch
Auf jeden Fall werde ich versuchen es alles ein wenig lockerer zu nehmen und eben auch hier und da den Abstand zu suchen. Das wird sicherlich (leider nur) durch räumliche Trennung möglich sein, da sie wirklich penetrant sein kann und es sowas wie einen Rückzugsort in der Wohnung meines Freundes nicht gibt für mich (nicht mal im Bad ist man ungestört - obwohl ich es schon des Öfteren angesprochen habe).
Wie gesagt, die große Angst ist, dass die Stimmung mal dermaßen kippt, dass ich der Auslöser für irgendwelche Diskrepanzen zwischen ihr und ihrem Vater bin... oder irgendwann abgelehnt werde und dadurch eben Zwiespälte entstehen.
Ich möchte ja auch kein Mutterersatz sein, daher könnte ich ja auch ganz relaxt an alles rangehen, doch, wenn man die Feierabende und Wochenenden miteinander verbringt und hier und da Situationen entstehen, die man alleine nur als Erwachsener als handlungsbedürftig empfindet, dann fällt es mir oft schwer, das ein oder andere nicht auszusprechen. Damit mache ich mich aber oft eben auch zur Zielscheibe und es endet in einer unschönen Diskussion, manchmal auch in einer stundenlangen Schrei- und Schimpfattacke, die mit einer Kleinigkeit wie "Würdest du dir bitte die Hände waschen bevor du den Käse (den wir alle essen wollen) anfässt?". Dabei ist es aber natürlich unerheblich, ob ihr Vater oder ich das aussprechen. Aber das Aussprechen an sich rückt mich erstmal wieder in ihren Fokus und sie lässt mich dann auch schnell spüren, dass ich das hätte nicht sagen sollen. Es fielen auch schon dann die vorwurfsvollen Sätze wie "Das hättest du nicht sagen sollen!" oder "Warum hast du das denn jetzt erwähnt?". Ich erkläre ihr ja immer, wie ich was meine - und ich meine wirklich nie etwas böse. Doch sie fühlt sich sehr oft sehr schnell angegriffen. Oder denkt auch manchmal, dass ich ihrem Papa was "antun" möchte, weil ich ihn mal killere oder einen witzigen Spruch mache. Noch ungehaltener wird sie, wenn sie das Gefühl hat, es ginge um Ihre Mutter. So sage ich das eine Mal aus der Situation heraus "Frauen können kein Auto fahren." und von ihr kommt aus heiterem Himmel in aggressiver Stimmlage "Warum sagst du denn jetzt, dass meine Mami nicht Auto fahren kann?!" Also, das sind dann auch Dinge, wo ich immer aufpassen muss, was ich wie sage. Ich muss generell immer aufpassen, was ich sage und mache - was es ja so anstrengend macht. Und da ist es eben meine Angst, dass durch diese permanente Anstrengung, den Stress und Druck, den ich dadurch verspüre, dann eben auch mal nicht ein nettes "Schon gut." kommt. Mir lag dann doch auch schon des Öfteren auch mal was nicht so Nettes auf der Zunge, muss ich an der Stelle zugeben. *blocked*
Nichtsdestotrotz wird es sicherlich einiges ausmachen, wenn man diesen Abstand temporär einfach einführt und weiterhin einfach Geduld hat. Vielleicht ist ihr das wirklich auch irgendwann zu bieder immer und immer herumzustochern und zu piesacken... denn ich bezweifle, dass sie mich noch kennenlernen muss - nach über einem Jahr und davon jede zweite Woche und auch schon den ein oder anderen Urlaub zusammen, wird sie mich schon sehr gut kennen. Darum habe ich ja auch das Gefühl, dass sie meine Schwachstellen ganz gut weiß. Aber wir wollen ja ein schönes Miteinander und da ich die Erwachsene bin, liegt es an mir, aus der Situation das Beste herauszuholen. *happy*
jla
23.02.2022, 21:45 Uhr | marinadiezweite
Hallo jess_lange. Sich wie ein Spielzeug fühlen. Das ist deine Wahrnehmung vom Kind deines Partners. Und sie scheint dich über lange Zeit zu " ärgern".Da kann ich auch nur sagen, zieh dich zurück. Aber nicht in dem Sinne von Beleidigtsein oder Strafe. Das Mädchen ist 9 und ich in mir sicher, dass sie weiss, was sie tut. Und was ihr Ziel ist. Daher macht es Sinn, ihr keine Bühne für ihr generve zu bieten. Man kann und darf sich zurückziehen . Muss nicht für irgendwas gut genug sein. Das kann sie ruhig erfahren, dass du keine Lust auf Lückenbüsser hast. Aber seh das nicht als Spielball von ihr. Sei einfach auch schlauer als sie.
Du musst nicht auf jede dämliche Frage antworten. Du musst auch nicht vor ihrem Vater blossgestellt werden. Da kannst du ruhig dir passende Sätze bereiteten. Sie braucht nicht wissen, dass sie dich immer so leicht verletzen kann. Wähle daher sachliche Worte.
Das mit dem fragen nach dem Essen mit Messer und Gabel. Da gibt es eine witzige Antwort: "Weil ich es kann ". Damit sind solche Diskussionen erledigt. Auch solltest du nur mit ihr spielen und was machen, wozu du Lust hast. Und ein Spiel beenden, wenn es ausartet. Dass der Vater meint, du bist empfindlich, das kann er mal stecken lassen. Er hat ja kein Problem. Aber mach dich lockerer, denn du musst keine Mutter ersetzen. Und kannst auch nichts für die Trennung
23.02.2022, 09:31 Uhr | Louise-19
Hallo Jess,
1. Zieh Dich etwas zurück. Wenn ihr zusammenzieht, brauchst Du auf jeden Fall auch ein eigenes Zimmer, denke ich.
Aber 2. wenn das das Problem ist, mach es langweilig. Deine Antwort ist immer und in jedem Fall: "Weil ich ein anderer Mensch bin und Menschen nunmal verschieden sind."
Oder etwas ähnliches oder anderes, aber halt immer das gleiche. Oder "Das verstehst Du, wenn Du älter bist." Oder, "frag das bitte Deinen Vater!"
Oder Du stellst eine Gegenfrage: "Warum findest Du das denn nicht lustig? "
Aber ich gehe davon aus, daß sie sich dann vielleicht etwas anderes ausdenkt, um Dich zu nerven. Deshalb ist wichtig, daß Du weiterhin ihr gegenüber freundlich und wohlgesonnen bleibst und , wie schon geschrieben, Dich etwas zurückziehst und raushälst.
Viele Grüße, L-19
Zuletzt editiert am: 23.02.2022, 09:34 Uhr, von: Louise-19
22.02.2022, 17:07 Uhr | bke-Hana-Blum
Hallo jess_lange

schön, dass Sie durch den begonnenen Austausch bereits Antworten für sich finden können.

Ich könnte mir ebenfalls vorstellen, dass es bei der Kommunikation des Kindes u.a. ums „Austesten“ geht.

Wie Sie und Ihr Partner muss das Kind derzeit eine Veränderung meistern. Besonders für Kinder ist das Leben in einer sogenannten Patchworkfamilie ja meist grade in der ersten Zeit eine große Herausforderung und bringt auch Unsicherheiten mit sich. Das kann vielfältige Reaktionen hervorrufen.

Ich bekomme beim Lesen Ihrer Schilderungen weniger den Eindruck, dass es um Reaktionen aus Langeweile geht. Möglicherweise versucht das Mädchen grade herauszufinden, wer die „Neue“ so ist, was es heißt mit Ihnen zusammen zu leben und womit sie bei Ihnen rechnen kann. Sie scheint ja sehr genau zu beäugen, wie Sie so ticken und darauf zu achten, welche Unterschiede (z.B. beim Essen, in Ihrem Humor) es zwischen Ihnen gibt. Das könnte bedeuten, dass sie versucht Sie kennenzulernen und damit beschäftigt ist abzuschätzen, was das denn in Zukunft für sie bedeuten mag. Denn dass der Papa eine neue Partnerin hat, die auch viel im gemeinsamen Alltag präsent ist, heißt für ein Kind ja auch, dass der eigene Einflussbereich kleiner werden könnte. Und das könnte, aus kindlicher Sicht gesprochen, gefährlich werden oder zumindest ziemlich unbequem.

Aus meiner Erfahrung braucht dieser Annäherungsprozess in der neuen Konstellation Zeit, Geduld und eine gute Portion Gelassenheit (zum Glück scheinen Sie davon eine Menge mitzubringen). Ich finde es jedenfalls großartig, dass Sie es bisher geschafft haben, ruhig auf die Piekersereien des Kindes zu reagieren.

Ich kann gut verstehen, das die Situation nicht leicht für Sie ist. Gleichzeitig wünsche ich Ihnen, dass sie das Verhalten des Kindes nicht als persönliche Angriffe werten.
Aus meiner Sicht könnte es hilfreich sein, wenn Sie und Ihr Partner sich darüber austauschen, was das Kind jetzt vom Papa und auch von Ihnen braucht und wie Sie das mit ihren eigenen Bedürfnissen übereinbekommen können. Vielleicht könnte der Papa auch mit seiner Tochter dazu ins Gespräch gehen, was sie sich in dieser Situation von ihm wünscht (möglicherweise wäre das ja sogar mehr exculsive Zeit mit ihm alleine). Hier und da werden dann vielleicht auch Kompromisse erforderlich sein.

Ich freue mich, wenn Sie uns weiterhin auf dem Laufenden halten und wünsche Ihnen weiterhin einen guten Austausch in unserem Elternforum
bke-Hana Blum
22.02.2022, 15:07 Uhr | jess_lange
Lieben Dank schon jetzt für eure Antworten. *happy*
Dabei merke ich, dass ich selbst schon in die gleiche Richtung denke: "Austesten"
Die Eltern sind seit über 3 Jahren getrennt und geschieden. Es ging von der Mutter aus - keine Gefühle mehr und vermutlich aber auch schon ein neuer Mann in Aussicht, der kurz nach Trennung wohl auch schon vorgestellt wurde, dort ein- und ausging und von der Kleinen nicht gemocht wird. Nur kurz dazu ...
Ich habe vor ca. einem Jahr die Bekanntschaft mit ihr gemacht, noch als Arbeitskollegin eines gemeinsamen Freundes, der mich mit ihrem Vater dann verkuppelte. Nach einem Vierteljahr ca. haben wir sie dann eingeweiht.
Die Eltern haben sich für ein Wechselmodell entschieden, sodass sie jede zweite Woche bei ihm ist. Ich habe eine eigene Wohnung, bin aber eigentlich schon zu 100% dort und wir haben eigentlich auch vor dann demnächst zusammen zu ziehen. Doch denke ich, gerade in Bezug auf "mein derzeitiges Problem" bezogen, dass ich vermutlich lieber noch warte und eher wieder Abstand nehme, wenn die Papi-Woche ist. So kann er seine Erziehung anwenden und ich bin nicht ständig im Laubfeuer.
Es klingt sicher übertrieben, aber es ist tatsächlich täglich und über Stunden, wenn sie nicht anderweitig beschäftigt ist (z.B, Spielen mit einem Hund, Kinderbesuch, Fernsehen ...), erst dann geht der Fokus von mir ab, bis der Hund, der Film oder das andere Kind dann nicht mehr interessant sind.
Vielleicht macht sie das ja aus Langeweile??? ^^
Ach, naja... und mein Partner denkt, ich sehe alles zu eng und nehme vieles zu persönlich. Wobei ich ihm da schon hier und da Recht gebe, aber wenn man permanent im Mittelpunkt steht, sich ständig rechtfertigen muss, warum man etwas wie macht, dann klingen augenscheinlich banal Fragen wie "Warum isst du denn alles mit Messer und Gabel, du kannst doch mit der Hand essen?" oder "Warum lachst du denn darüber, es ist doch gar nicht so witzig?!" wie ein Vorwurf bzw. Zynismus. Und es bleibt ja meist nicht nur bei der Frage - es wird ja dann aufgrund meiner Antwort dann eine Diskussion entfacht, die einfach sehr unlustig ist. Schwer zu beschreiben. Dazu kommt ja noch ihr überheblicher und oft besserwisserischer Ton. Ich habe nichts gegen wissbegierige Kinder, bitte nicht falsch verstehen - aber hier geht es sehr oft nicht darum mich besser kennenzulernen, da kommt viel mehr ein anderes Motiv zum Tragen. Nur welches? Das kann ich irgendwie noch nicht so ganz (be)greifen...
jla
21.02.2022, 15:47 Uhr | bke-Lana-Winthers
Guten Tag jess_lange,

vorerst möchte ich Sie im Namen aller Moderatoren hier im Elternforum begrüßen!

Als ich Ihren Beitrag gelesen habe, kam mir ganz stark der Gedanke: Als würde die Tochter Ihres Partners Sie als (neue) Bezugsperson testen.

Nun weiß ich natürlich nicht, wie lange Sie das Mädchen schon kennen, wie häufig Sie den Kontakt zu ihr haben, leben Sie alle zusammen in einem Haushalt oder kommt das Mädchen an den Wochenenden zu Papa, wie lange ist die Trennung der Eltern her, wie ist der Umgang der Eltern miteinander und wie die Trennung war? Das sind alles wichtige Faktoren, die das Verhalten des Mädchens zu Ihnen beeinflussen können. Vielleicht können Sie dazu mehr „erzählen“, wenn Sie möchten?!

Sieht Ihr Partner den Umgang seiner Tochter Ihnen gegenüber auch so oder haben Sie sogar schon mit ihm darüber gesprochen?

Liebe Grüße
bke-Lana-Winthers

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