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11.09.2022, 11:24 Uhr | Maliwa
Hallo,

kurz vorab: Mein Sohn ist 10 Jahre alt und besucht die 4. Klasse eine Förderschule für emotionale Entwicklung.

Wir wurden am Freitag informiert, dass wir unseren Sohn abholen müssen, da er zwei Kinder in der Pause gewürgt hat.
Morgen steht ein Gespräch zur Wiedereingliederung in den Unterricht an.

Mir sitzt das zwei Tage später immer noch in den Knochen und ich fühle mich wirklich ratlos. Gewalt ist für uns ein absolutes No-Go in der Familie und ich habe so ein Ausmaß
von ihm noch in keinem anderen Kontext mitbekommen. Er geht seit Jahren in eine Pfadfinder - Gruppe, wo es auch mal zur turbulenten Szenen kommt im Freispiel, aber so etwas habe ich dort nie gesehen. In der Schule kommt das seit einem Jahr immer mal wieder vor, er ist dort seit der 1. Klasse und hat auch viel mitbekommen, wie andere Lernende in Situationen handeln, wo sie wohl keinen anderen Weg kennen, als aggressiv zu werden. Er geht seit drei Wochen auch in einen Präventionskurs, der von der Schule organisiert wurde.

Am Freitag habe ich ihm gemeinsam mit seinem Vater (wir leben getrennt-erziehend) den Auftrag gegeben, aufzuschreiben, was dort passiert ist, welche mögliche Folgen hätten eintreten können (denen war er sich im Gespräch überhaupt nicht bewusst) und wie er beim nächsten Mal handeln kann. Dem morgigen Gespräch möchte er am Liebsten ausweichen, was ich gerade noch als ein gutes Zeichen sehe, dass ihm das ziemlich unangenehm ist und es hoffentlich nicht zur einer Wiederholung kommt. Was ich mich frage, ist, was ich noch tun kann, um ihn zu unterstützen, dass dieses Verhalten nicht mehr auftritt.

VG
23.09.2022, 11:00 Uhr | bke-Ina-Schweizer
Guten Morgen Maliwa,

oh, das hört sich ja gut an. Die Schule hat die Not Ihres Sohnes sehen und darauf eingehen können. Ihrem Sohn wurde Unterstützung angeboten, das ist wunderbar. Glauben Sie er ist in der Lage, dieses Angebot anzunehmen und sich an die Lehrer zu wenden, wenn er geärgert wird, bevor ihm der Geduldsfaden reißt? Gibt es eine Vertrauensperson, (KlassenlehrerIn, SchulsozialarbeiterIn), bei der es ihm die Kontaktaufnahme in einer Stresssituation leichter fallen könnte?

Ihren Sohn zu einem Sport zu zwingen, für den er kein Interesse zeigt, ist sicherlich wenig sinnvoll. Bei den Pfadfindern geht es zwar nicht um den körperlichen Kontakt, trotzdem steht das Miteinander sehr im Mittelpunkt. Wenn es ihrem Sohn da gut gefällt, ist das sicher für ihn eine gute Möglichkeit Sozialkontakte zu pflegen und zu üben.

Ich wünsche Ihnen und der Familie ein schönes und entspannendes Wochenende.

Viele Grüße,
bke-Ina-Schweizer
22.09.2022, 18:28 Uhr | Maliwa
Hallo,

ich wollte noch eine Rückmeldung geben. Wir hatten ein Gespräch in der Schule, dass gut lief. Wir haben erörtert, wie es zu der Situation kommen konnte und wie
zukünftig geholfen werden kann. Es lag da wohl eine längere Phase vor, wo mein Sohn geärgert wurde und ihm ist dann wohl die Hutschnur geplatzt. Wir haben jetzt abgesprochen,
dass er sich eher an die Lehrer wenden soll, wenn er nicht weiterweiß, damit die frühzeitig intervenieren können.

Zu besagten Sport. Da findet mein Sohn keine Freude dran, haben wir schon viel ausprobiert. Er ist bei den Pfadfindern und fühlt sich da sehr wohl.
12.09.2022, 10:48 Uhr | bke-Hannes-Bach
Hallo Maliwa,
ich kann gut verstehen, dass Sie überrascht sind über die Form des aggressiven Verhaltens Ihres Sohnes, wenn er bisher solche Grenzüberschreitungen nicht zeigte.
Nun bin ich gespant, welche Vorschläge die Schule macht und ob es auch Ideen darüber gibt, was getan werden kann, dass sich Ihr Sohn wohl fühlt in der Schule. Das scheint mir das Wesentliche zu sein, weil aggressive Formen der Selbstbehauptung dann weniger notwendig sind.
Und natürlich braucht er Kompetenzerfahrungen, die sein Selbstbewusstsein stärken und ihn widerstandfähiger machen gegenüber Konflikten oder Hänseleien. Daher finde ich die Vorschläge von Louise-19 sinnvoll.

Es ist schön, wenn Sie Ihre Erfahrungen hier weiter mit dem Forum teilen möchten.!
Viele Grüße, bke-Hannes-Bach
12.09.2022, 09:11 Uhr | Louise-19
Hallo Maliwa,
wenn es bei Euch einen guten Sportverein gibt, könnte der Sohn zb einen Kampfsport erlernen, Boxen oder Judo oder Ähnliches.
Dabei kommt es aber auf den Trainer an, nämlich ob er mit Eurem Sohn gut umgehen kann.
Es wird normalerweise ausgiebig darauf eingegangen, daß der Kampfsport nur zur Selbstverteidigung
angewendet werden darf, bis die Kinder das auch wirklich verstanden haben.

Wenn das nicht möglich ist, dann einen anderen Kontaktsport oder einen Mannschaftssport,
oder ein gruppenbezogenes Hobby.
Viele Grüße, L-19
Zuletzt editiert am: 12.09.2022, 09:12 Uhr, von: Louise-19
11.09.2022, 20:34 Uhr | Maliwa
Sie schreiben, dass ihr Junge hin und wieder in „Raufereien“ oder in Konflikte gerät. Wenn ich zwischen den Zeilen richtig lese, nicht alle eskalieren so heftig wie am vergangenen Freitag. Er ist auch schon seit der ersten Klasse an derselben Schule, was bedeutet, dass die Lehrer und Erzieher ihn gut kennen. Wie löst er normalerweise Konflikte? Vielleicht auch so, dass es nicht handgreiflich wird? Was muss passieren oder vorfallen, damit Ihr Junge so heftig reagiert wie am Freitag? Wie schätzt die Schule es ein? Denn wenn ich es richtig verstehe, passieren die Übergriffe mit Würgen nur an der Schule?

Gut finde ich, dass die Schule einen Präventionskurs anbieten kann, wobei ich mich echt fragen muss: Warum erst jetzt in der 4. Klasse? Hat er sich jetzt erst so stark verändert? Natürlich kann man jetzt nicht nach drei Wochen erwarten, dass der Kurs seine „Wirkung“ entfaltet, weil unser Verhalten und alte Muster nicht eben mal abgelegt werden können, aber es ist in Arbeit.


Hallo,
richtig kritisch ist es eigentlich erst seitdem wieder regelmäßig Unterricht ist. Vor der Pandemie hat er vieles über sich ergehen lassen und hat sich Hilfe geholt. Jetzt handelt er wohl sehr impulsiv und ist sich oft gar nicht klar, was da gerade passiert ist. Das pädagogische Fachpersonal sieht das auch mit Sorge, weil er sonst besonnener mit den Situationen umgegangen ist. Aber gerade außerhalb der Klasse musste er sich sehr oft ärgern lassen, aufgrund seines Aussehens oder wegen seiner chronischen Krankheit (er musste eine zeitlang Windeln tragen aufgrund einer chronischen Verstopfung mit Überlaufstuhl). Das ist erst kurz vor den Sommerferien ruhiger geworden. Die Aggressivität zwischen den Lernenden ist schon gestiegen, dass war vor Corona anders. Soweit ich weiß, wurde er am Freitag geschlagen und deswegen hat er ihn gewürgt. Danach gab es noch Streit mit seinem Freund und da mein Sohn noch voll geladen war, hat sein Freund auch noch was abbekommen.
Das es einen Präventionskurs gibt, ist ein großes Glück, denn er ist sehr teuer und wurde nur wegen den Sonderzahlungen vom Land überhaupt beantragt.

In der Freizeit sehe ich so ein Verhalten nicht. Auch wenn die Jungs angemessen miteinander raufen im Spiel, finden sie immer einen Schlusspunkt und da kommt es nicht zu solchen Reaktionen.
11.09.2022, 16:45 Uhr | bke-Lana-Winthers
Hallo Maliwa,

seien Sie herzlich gegrüßt im Forum und danke für Ihre Anfrage!

Sie beschreiben, dass Ihr Sohn in der vergangenen Woche 2 Mitschüler in der Pausensituation gewürgt hat. Die Schule hat Sie verständigt und Sie durften Ihren Jungen abholen. Hin und wieder im Jahr kommt es zu aggressiven Verhalten und seit 3 Wochen nimmt er im Rahmen der Schule an einem präventiven Programm teil.

Ich würde gerne an der Stelle paar Gedanken und Fragen von mir da lassen:
Sie schreiben, dass ihr Junge hin und wieder in „Raufereien“ oder in Konflikte gerät. Wenn ich zwischen den Zeilen richtig lese, nicht alle eskalieren so heftig wie am vergangenen Freitag. Er ist auch schon seit der ersten Klasse an derselben Schule, was bedeutet, dass die Lehrer und Erzieher ihn gut kennen. Wie löst er normalerweise Konflikte? Vielleicht auch so, dass es nicht handgreiflich wird? Was muss passieren oder vorfallen, damit Ihr Junge so heftig reagiert wie am Freitag? Wie schätzt die Schule es ein? Denn wenn ich es richtig verstehe, passieren die Übergriffe mit Würgen nur an der Schule?

Gut finde ich, dass die Schule einen Präventionskurs anbieten kann, wobei ich mich echt fragen muss: Warum erst jetzt in der 4. Klasse? Hat er sich jetzt erst so stark verändert? Natürlich kann man jetzt nicht nach drei Wochen erwarten, dass der Kurs seine „Wirkung“ entfaltet, weil unser Verhalten und alte Muster nicht eben mal abgelegt werden können, aber es ist in Arbeit.

Ich finde es klasse, dass Sie als getrennte Eltern an einem Strang ziehen und beide Ihrem Jungen zur Seite stehen. Damit zeigen Sie ihm Ihr Interesse und sind präsent. Mit ähnlichen und gemeinsamen „Ansagen“ zeigen Sie ihrem Kind, dass Sie einer Meinung sind und es für ihn keine Ausreden gibt. Beide Eltern haben einen Blick auf die Situation. Wichtig ist es, mit Ihrem Kind in Beziehung zu bleiben und versuchen rauszufinden, was in ihm vorgeht, wenn alle Zündungen durchbrennen und er sich nicht mehr beherrschen kann.

Es waren paar Gedanken von mir und ich bin gespannt, was noch von den Eltern-Usern kommt.
Ich wünsche Ihnen einen guten Austausch hier und drücke für das morgige Gespräch die Daumen.

Liebe Grüße
bke-Lana-Winthers (aus Moderationsteam)

Treffer: 7

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