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16.01.2023, 09:59 Uhr | Neuland2023
Hallo Zusammen,

meine Tochter war 2,5 Jahre, als ich mich von ihrem Papa trennte. Er wohnt ziemlich weit weg und besucht sie recht selten, aber
sie halten telefonischen Kontakt. In den Ferien ist sie zur Hälfte meistens bei ihm.

Jetzt ist sie 8 und geht in meiner Heimatstadt in die Schule und lebt seit Jahren mit mir hier alleine. Seit 2020 habe ich einen neuen Partner
mit dem sie sich super gut versteht. Er hat ein schönes Haus, allerdings 15 Kilometer weit weg. Dort hat sie ein eigenes Zimmer und alles,
was man den Kindern bieten kann. Wir sind fast jedes Wochenende bei ihm, damit sie sich daran gewöhnt.

Wir würden gerne zusammenziehen, aber ich weiß jetzt schon, dass meine Tochter das nicht möchte. Sie hat hier Freunde gefunden, geht in
den Hort und liebt ihre Grundschule. Allerdings muss ich dafür auch viel arbeiten gehen und wir haben jeden Tag sehr wenig Zeit miteinander.
Die Wohnung ist teuer, Lebenshaltungskosten sowieso, der Papa zahlt keinen Unterhalt und ich kämpfe mich als Alleinerziehende durch.

Es ist so, dass meine Tochter schon Auffälligkeiten in ihrem Verhalten aufzeigt. Sie klammert ziemlich viel, möchte bei mir schlafen (was an
sich nicht schlimm ist), aber sie will, dass ich mit ihr um 20 Uhr dann schlafen gehe. Möchte auch ständig nur bei mir sein und nicht mal zu
Oma und Opa. Sie ist sehr auf mich fixiert. Ich schenke ihr so viel Zeit, wie ich nur kann, aber es ist ihr nicht genug.

Deshalb möchten wir zusammenziehen, weil ich dann keine Miete zahlen muss und dann meine Stunden und Arbeitstage reduzieren kann.
Ich würde sie dann immer von der Schule abholen können und hätte den ganzen Nachmittag für sie Zeit.

Ich habe das Thema schon paar Mal angeschnitten, ganz vorsichtig, aber sie will nichts davon hören.
Sie sagt, dass sie ihre Schule über alles liebt und auch ihre Freunde ihr wichtig sind (dort hat sie auch schon 2 Freundinnen). Und dass ihr
das Haus viel zu groß ist, in unserer Wohnung fühlt sie sich wohler. Und dass sie auch Mal Zeit mit mir alleine verbringen möchte, so dass mein Partner
nicht dabei ist.

Und eigentlich dachten wir, dass sie die gemeinsame Zeit genießt. Aber irgendwie spitzt sich das Ganze zu und ich weiß nicht, wie
ich das mit dem Umzug ihr begreiflich machen kann, ohne dass sie ausflippt.

Wie kann ich es ihr sanft beibringen, so dass sie nicht komplett durchdreht. Ich bin ratlos.

Wenn sie Probleme hat, schlägt es sich ihr richtig auf den Magen. Sie hat jetzt erst fast 4 Kilo abgenommen, weil ihr ständig
übel war. Ich bin bereits in Gesprächen mit Ärzten und Kinderpsychologen.

Hatte jemand ein ähnliches Problem? Mir macht es richtig Angst es ihr beibringen zu müssen.

Danke!
17.01.2023, 16:42 Uhr | bke-Claudia-Rohde
Guten Tag,
ich möchte noch etwas zu Ihrer Anfrage schreiben.
Für Ihre Tochter sieht es so aus, als würde sie alles verlieren, wenn Sie umziehen.
Die Mama an den Freund, fremde Umgebung, fremde Schule, keine Freunde.
Was könnte denn stabilisierend wirken? Könnte Sie in der Schule bleiben, wie könnte man Kontakt zu Freunden erhalten und gibt es Mutter-Tochter Zeiten besonders im Übergang?
Es ist Ihr Leben und Sie sollen genau wie Ihre Tochter glücklich mit den neuen Bedingungen werden.
bke-Claudia Rohde
16.01.2023, 11:40 Uhr | bke-Andrej
Herzlich willkommen Neuland2023,

hier im Forum. Mein Name ist bke-Andrej-Eilert. Ich und das bke-Team im Forum freut sich, dass Sie hier sind, und wir wünschen Ihnen einen hilfrecihen Austausch.
Ein paar kurze Gedanken zu Ihrer Situation:
Ich kann Ihnen keine Entscheidungshilfe geben. Es gibt gute Argumente, mit dem Partner zusammenzuziehen, es gibt auch gute Gründe, warum Ihre Tochter da bleiben will.
Die Angst das die Tochter ausflippt - nun, das würde ich nicht als Argument gelten lassen - das sollte nicht in die Abwägung einfließen.
Ähnliche Probleme? - ja die kenne ich aus der Beratungsarbeit in der Familie durchaus. Ist auch eine Rollenfrage - Ihr Partner als Stiefvater der Tochter - wie kann das gelingen, wie stellt er sich das vor, was braucht er um diese Rolle gut ausfüllen zu können, was brauchen aber auch Sie von ihm? Ich denke, da sollten Sie sich viel mit Ihrem Partner unterhalten - dazu sollte er bereit sein.

Soweit erst mal meine Gedanken dazu.

Viele Grüße
bke-Andrej Eilert

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