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16.02.2024, 09:17 Uhr | Lotta44
Hallo Zusammen!
Meine Tochter,8 Jahre alt, hat ein Kleidungsproblem.
Heisst:Viele Dinge am Körper stören.
Socken gehen selten bis gar nicht…es wird wochenlang das selbe getragen….
Irgendwas juckt immer,ist zu eng,zu weit oder zu ‚knubbelig‘
Einfach ein Riesen Thema bei uns.
Angefangen hat das ganze so extrem zu ‚Corona-Zeiten‘
Jetzt frage ich mich was dahinter steckt.
Ist es psychisch?
Will sie mit mir ‚einen Kampf austragen‘?
Oder besteht wirklich eine Überempfindlichkeit?
Habe demnächst ein Gespräch mit der Kinderärztin und dann mal schauen wie es weiter geht.
Gibt es hier Leute,die ähnliche Probleme mit Kindern in dem Alter haben?
Bin echt verzweifelt.
VG
21.02.2024, 12:52 Uhr | Löwen_Mama
Hallo Lotta44,

ich kann deine Schilderungen sehr gut nachvollziehen. Wir hatten / haben eine ähnlich Situation bezogen auf Kleidung mit unserer Tochter. Mittlerweile ist sie 11, und es deutlich besser geworden, aber Kleidung ist noch immer ein extremes Thema. Bei uns hat dies jedoch bereits sehr früh angefangen, ganz besonders stark ist mir das mit 2 Jahren aufgefallen, wenn es darum ging, Socken anzuziehen. Hier war sie sehr empfindlich, die "Knubbel" an denen die Socken zusammengenäht sind, haben sie gestört - und wir mussten teilweise ein mehrfaches an Socken morgens ausprobieren, um die richtigen zu finden. Auch Kleidung musste immer genau passen, etwas zu groß oder Ärmel umkrempeln, konnten wir nie. Schilder in Kleidung musste immer aus den T-Shirts oder so abgeschnitten werden.

Mein Sohn, jetzt 5, hat auch mal ein Kleidungsschild, was ihn stört, aber hier habe ich den direkten Vergleich zu meiner Tochter. Er ist deutlich unkomplizierter. Ich habe mir damals viele Gedanken dazu gemacht, Kleindungsstücke mehrfach gekauft, wenn sie gut passten. In diesem Zusammenhang bin ich zu dem Thema "hochsensible Menschen" gekommen. Dies trifft nicht nur bei Kleidung zu sondern bei ganz vielen anderen Dingen. Beispielweise war meine Tochter bereits als Baby sehr empfindlich in/für bestimmte Situationen. Evtl. ist das ein Punkt, der dir weiterhilft. Informiere dich einfach mal, über das Thema und schaue inwieweit hier weitere Merkmale von Hochsensibilität zutreffen.

Ich empfand es als hilfreich, zu verstehen, dass manche Dinge, Situationen nicht "willkürlich" sind, sondern eben wirklich einen besonderen Einfluss haben, um dann damit im Alltag umzugehen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld.
20.02.2024, 22:08 Uhr | Lotta44
Danke für die Rückmeldungen.
Den Kinderarzttermin habe ich am 6.3.
Theoretisch hätte ich am kommenden Freitag einen weiteren Termin bei einer Beratungsstelle.
Allerdings werde ich diesen vertagen.
Beim Erstgespräch wurde das ganze als ein ‚Machtkampf‘ eingestuft und mir wurden Tipps gegebnen wie ich da in Zukunft vorgehen kann.
Allerdings bin ich langsam nicht mehr der Meinung dass es darum geht mit mir einen ‚Kampf auszutragen‘
Meine Tochter ist auch empfindlich gegenüber Gerüchen,Cremes,Seifen etc.
Was mich bei der Kleidung stutzig macht ist halt:Heute gehen die Sachen,Morgen gehen dieselben Sachen aber wiederum nicht mehr.
Oder aber sie zieht wochenlang immer wieder das gleiche an und dann auf einmal ‚passt es nicht ‚
Es ist alles überhaupt nicht greifbar.
Vorallem greift sie bei Freundinnen in den Kleiderschrank und zieht ohne zu Murren irgendwas an.
Es ist zum Haare raufen.
Apropos Haare!
Die sind auch ein Problem.
Der Zopf muss immer ganz eng sein.
Generell muss alles immer eng sein.
Wirklich schwierig.
Und ich merke sie ist selbst verzweifelt.
Sie kann mir ja in manchen Situationen selbst keine Vorschläge ‚liefern‘ sondern hängt ewig unangezogen rum und kommt nicht weiter.
Es ist schwierig,verwirrend…ich bin einfach überfordert mit der Situation.
20.02.2024, 18:10 Uhr | bke-Claudia-Rohde
Hallo Lotta44,
mir ist dazu noch eingefallen, dass es Kinder gibt, die äußerst sensibel reagieren auf Nähte, bestimmte Materialien.
Es ist wichtig zu schauen, was ist hier wirklich die Ursache. Hat sie weitere besondere Sensibilitäten?
Wann ist der Termin beim Kinderarzt oder war der schon?
bke-Claudia Rohde
Zuletzt editiert am: 20.02.2024, 18:10 Uhr, von: bke-Claudia-Rohde
16.02.2024, 14:42 Uhr | marinadiezweite
Hallo Lotta44, ich schließe nach deinen Schilderungen einen Kampf Kind Mama aus. Das wäre zu einfach. Wird schon auch mehr dahinter stecken.
Jedoch hat sich vielleicht im zeitlichen Zusammenhang mit Corona noch was anderes verändert. Was nun zum Problem wird. Von anderem Waschmittel über Kleidung, die nun mehr Synthetik enthält. Bis zu jetzt wieder regelmäßig in die Schule gehen, was nicht alle Kinder begeistert.
Vielleicht auch, dass es jetzt schon eher mal heisst, Beeilung und ziehe das jetzt an.
Machtkampf wäre das, was du selbst mal checken kannst.
Dabei geht natürlich nicht, dass man morgens lange Kleidung aussucht und verwirft. Aus vielen Gründen ist morgens die Zeit knapp. Dann eher abends gemeinsam Sachen heraussuchen. Das gibt nicht nur Sicherheit, das erspart auch Diskussionen über zu eng, zu weit, kratzig ... . Da kann man sogar gemeinsam alles checken, was daran stören könnte. Nehme das durchaus ernst. Man behebt das nicht durch Verharmlosen.
Eine Überempfindlichkeit kann man ca nicht ausschließen. Dafür geht ihr ja zum Kinderarzt.
Aber ich würde wochenlang das gleiche tragen dann doch nicht erlauben. Das geht nicht und da scheint auch ein Problem zu liegen. Meine Tochter hat das eine Zeitlang gemacht. Das war bei ihr Protest gegen einen Umzug mit Schulwechsel.
Da kam ich auf die Idee, Lieblingssachen doppelt zu kaufen. Ja, und wirklich Socken und Kleidung aus dem secondhandladen und so, weil die weicher und lockerer sassen, weil sie schon x mal gewaschen waren. Und immer der gleiche dicke rosa Baumwollpullover, der viel zu groß war. Keine Ahnung, warum dieser. Also wurde er megaoft gewaschen. Um herauszufinden, liegt es an der Kleidung oder an was anderem.
16.02.2024, 13:43 Uhr | bke-Ina-Schweizer
Hallo Lotta44,

im Namen des Moderatorenteams heiße ich Sie herzlich willkommen im Forum der bke-Onlineberatung.

Ich kann gut verstehen, dass die Situation mit der Kleiderempfindlichkeit Ihrer Tochter sie verzweifeln lässt. Auch weil zum Anziehen ja oft nicht unendlich Zeit zur Verfügung steht, wenn alle aus dem Haus kommen sollen. So stelle ich mir vor, unter welchem Druck Sie und Ihre Tochter immer wieder stehen.

Sie schreiben, dass das ganze während Corona so extrem wurde. Lese ich daraus richtig, dass es davor auch schon Thema war und sich dann verschlimmert hat?

Ein Termin bei der Kinderärztin ist sicher ein guter Anfang, um den Hintergründen dieser Empfindlichkeit Ihrer Tochter auf die Schliche zu kommen. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie dann hoffentlich etwas mehr wissen, in welche Richtung es geht. Grundsätzlich halte ich erstmal alle Ihre Erklärungsvorschläge für einleuchtend, so dass etwas zusätzliche Information und Abklärung hilfreich und sinnvoll scheint.

Ich wünsche Ihnen hier einen regen und hilfreichen Austausch.

Viele Grüße,
bke-Ina-Schweizer

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