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20.11.2017, 13:36 Uhr | Kirielf
Hallo,
wir haben drei Töchter, mein gesch. Mann und ich, alle drei leben bei mir im Haushalt,
sie sind 15, 17 und unsere älteste ist 21 Jahre, und um sie geht es.
Sie kann mit Geld nicht umgehen. Sobald sie Geld hat, gibt sie alles aus, für Kleidung, Lieferservice, läd alle ihre Freunde ein oder verschenkt sogar Geld an Freundinnen.
Seit sie 18 ist, also seit drei Jahren, verschleudert sie ihr Geld.
Nun hat sie seit einem halben Jahr einen Freund, der sie ausnimmt wie eine Weihnachtsgans.
Wir kennen diesen Freund bisher nur vom Sehen, denn er kommt nicht ins Haus, kann uns nicht in die Augen sehen, verhält sich merkwürdig distanziert,
holt unsere Tochter nur ab oder bringt sie wieder zurück.
Wir wissen nur, dass er bei einem Pharmaunternehmen arbeitet, 15 Jahre älter ist als unsere Tochter, ledig und kinderlos, Migrationshintergrund hat und noch bei seiner Mutter wohnt.
Mein gesch. Mann rief mich an, der in der Bank arbeitet, dass unsere Tochter in einer anderen Bankfiliale ihre Sparbriefe, die ich, mein gesch. Mann und die Großeltern für sie angespart haben,
alle aufgelöst hat und sich bar hat auszahlen lassen. Eine hübsche Summe. Dennoch hatte sie nur einen Tag später wieder kein Geld, keinen Cent, sie bat mich um 10 Euro, da sie angeblich ihre Bankkarte verloren hatte.
Sie weiss zu dem Zeitpunkt nicht, dass wir von ihrer Auflösung der Sparbriefe Kenntnis haben.
Sie hat inzwischen restlos alles, was sie noch besaß, diesem neuen Freund gegeben, da er Schulden bezahlen musste.
Dass er Schulden hat, hat sie uns selbst erzählt, beteuert aber, dass er ihr das Geld zurückzahlen werde, und sie ihm "nicht viel" gegeben habe,
und es ginge uns auch nichts an, was sie mit ihrem Geld macht. Sie hat sich dann bei ihrem neuen Freund am Telefon beschwert,
dass ihre Eltern nach dem Geld fragen. Seitdem haben wir ihn nicht mehr gesehen, wenn er unsere Tochter abholt, er wartet seitdem im Auto an
der nächsten Straßenecke.
Dieser Freund hat auch ihre Wertsachen im Internet verkauft, wie wir erfahren mussten: Ihre Kamera, ihren Schmuck, ihre Uhren.
Mein gesch. Mann und ich haben nun die Großeltern informiert, unserer Tochter diesmal zu Weihnachten kein Geld und keine Wertsachen zu schenken,
weil sie alles diesem neuen Freund gibt. Auch wir werden ihr dieses Mal zu Weihnachten kein Geld schenken.
Stattdessen haben wir einen Darlehensvertrag aufgesetzt, und werden ihn zur Rückzahlung auffordern,
sobald unsere Tochter zur Vernunft gekommen ist.
Sie muss lernen, mit Geld umzugehen und mit dem auszukommen, was sie hat. Sie verdient im 2.Lehrjahr über 1000 Euro, wohnt mietfrei, muss auch keine Lebensmittel einkaufen,
geschweige denn etwas abgeben zuhause. Sie gibt inzwischen auch ihr Gehalt binnen der ersten Monatswoche aus, ohne dass klar ist, wofür.
Wir haben den Verdacht, dass sie dem neuen Freund auch ihr Gehalt gibt oder für ihn Rechnungen bezahlt, er hat einige Mahnverfahren laufen, wie sie uns selbst erzählte.
Dass sie ihm auch ihr Gehalt gibt, streitet sie nun allerdings ab und will uns weis machen, dass sie ihr Gehalt für Essen und Kleidung ausgegeben habe...
Die letzten drei Wochen des Monats muss ich ihr jetzt immer aushelfen mit Geld.
So kann das natürlich nicht weiter gehen,
und trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen, weil wir, mein gesch. Mann, nun kein Geld mehr nachschießen,
und auch die Großeltern in Kenntnis gesetzt haben, unserer Tochter kein Geld mehr zu geben. Sie weiss das nicht und rechnet fest mit neuem Geld zu Weihnachten.
So lange sie mit Geld nicht umgehen kann und mit diesem Freund zusammen ist, der sie offensichtlich manipuliert, dem sie scheinbar hörig ist
und alles abliefert an Geld und Wertsachen, was sie hat,
wird nichts mehr fließen aus der Familie, der Hahn ist zu.
Meine Tochter tut mir Leid, dass sie scheinbar gefallen will mit Großzügigkeit, oder sich Anerkennung oder ein gutes Gefühl verschafft mit Geld, helfen zu können.
Sie ist ein so hübsches tolles Mädchen und hat das überhaupt nicht nötig, sich Anerkennung und Zuwendung durch diese Hilfsbereitschaft zu "kaufen",
sie scheint nicht einmal zu bemerken, dass sie ausgenutzt wird.
Ich zerbreche mir den Kopf darüber, wie es nur dazu kommen konnte, was wir falsch gemacht haben, war sie zu verwöhnt, weiß Geld nicht zu schätzen,
lag es an unserer Trennung, da war sie 17, aber sie hat immer Kontakt zum Vater und auch den Großeltern,
sie wird auch immer von allen geliebt in der Familie und keiner hat sie nennenswert kritisiert, auch nicht, als sie sitzen geblieben ist.
Damals war unsere Trennung einvernehmlich, wir sind bis heute einfach Freunde, und zusammen gewohnt haben wir auch während der Ehe nicht, oder kaum,
weil wir oft in unterschiedlichen Städten gearbeitet haben und mein Mann auch zeitweise im Ausland gearbeitet hat, so war er zwei Jahre in England,
wir waren sowieso mehr eine "Wochenend" oder "Ferienfamilie". Es gibt also im Alltagsleben keinen Unterschied zu früher, dass plötzlich der Vater fehlt oder so.
Er war nach der Trennung sogar mehr für seine Kinder da, als während der Ehe.
Woran liegt das nur, dass sie das Geld, das die Großeltern, der Vater und ich für sie gespart haben, verschleudert hat,
wollte sie uns damit sagen: Euer Geld will ich nicht, ich hätte lieber mehr Zeit mit Euch gehabt? Ich habe das auch schon mit ihr besprochen,
was ihr gefehlt hat, ob ihr was gefehlt hat, und sie sagte mir, das sei es nicht, ihre Kindheit sei schön gewesen, sie sei halt jetzt erwachsen und könne machen,
was sie will, auch mit ihrem Geld, und wir sollen uns in ihr Leben nicht mehr einmischen.
Was mich selbst angeht,
ich habe ein mehrfach schlechtes Gewissen, dass wir alle gemeinsam, gesch. Mann, Großeltern und ich, Essen gegangen sind und ohne Wissen meiner Tochter
beschlossen haben, ihr den Geldfluß abzuschneiden.
Ich habe ein so schlechtes Gewissen, dass ich morgens damit aufwache und abends damit ins Bett gehe,
als hätte ich meine Tochter "hintergangen". Meine Tochter wird aus allen Wolken fallen, wenn sie diesmal zu Weihnachten
und auch danach zu ihrem Geburtstag keine Geldgeschenke mehr bekommt,
das wird für sie ein Schlag ins Gesicht. Denn sie rechnet fest mit neuem Geld. Ihr neuer Freund freut sich sicher auch schon drauf... (Ironie).
Aber wie anders soll sie es denn lernen, wir müssen alle für unser Geld arbeiten und haushalten,
wie soll es denn werden mit ihr, wenn sie eines Tages selbst eine Wohnung hat,
Miete und Lebensmittel und Rechnungen bezahlen muss, sie muss doch mit 21 gelernt haben an meinem Beispiel und wissen, was das Leben kostet.
Ich brauche allerdings auch Rat für mich selber, wegen des schlechten Gewissens, das mich richtig zerfrisst, wie werde ich das nur los?
Vielen Dank für Antwort.
26.11.2017, 20:50 Uhr | Antigone
Hallo,
dass deine Tochter dir erzählt hat, dass ihr Freund bei einem Pharmaunternehmen arbeitet,
ist ja noch nachvollziehbar. Sie wollte ihn in besseres Licht rücken.

Nun habt ihr herausgefunden, dass der Mann gar nicht arbeitet, zudem nicht arbeitswillig ist.
Die Äußerungen, die deine Tochter daraufhin macht, passen nun GAR NICHT mehr zum oben angestrebten 'guten Eindruck':
(Zitat) Meine Tochter sagte mir, als ich sie darauf ansprach, er wolle nicht "für die dummen deutschen Kuffar" arbeiten,
wie er sagte, weil sie ihm an der Arbeit Befehle erteilt hätten, was er zu tun hat.

Komisch, dass deine Tochter so umgeschwenkt ist, denn diese Äußerungen tragen wohl kaum dazu bei, dass ihr diesem Mann Sympathien entgegenbringt.
Mehr noch: Deine Tochter erzählt daraufhin eine Familiengeschichte und bedient sich dabei einer Fülle von Klischees, die wohl eher Rechtspopulisten als "Wahrheit über bestimmte Bevölkerungsgruppen" verbreiten würden.

Bei genauerer Hinsicht sind in dieser Familiengeschichte viele Punkte in ihrem Wahrheitsgehalt mehr als zweifelhaft.

Warum also erzählt sie sowas?

Noch etwas Anderes:

Zu einem Punkt möchte ich noch etwas sagen, da er von dir persönlich angesprochen wurde und diese Behauptung nicht von deiner Tochter stammt, sondern von dir.
Zitat:Ich kann diese Kritik(Zusatz von mir: bezieht sich auf Aussage des Freundes über dessen Lage) an Deutschland nicht nachvollziehen, sagte ich meiner Tochter, denn ihre damalige Schule, die vielen ehrenamtlichen Helfer und
die Politik sind sehr engagiert und es werden viele Milliarden investiert, um die Zugewanderten und ihre Kinder
zu versorgen, in Wohnungen unterzubringen, sie ärztlich zu versorgen und mit ausreichend Sozialleistungen.
Es mangelt ihnen an nichts, die Grundversorgung ist gewährleistet, ohne dass sie dafür arbeiten mussten oder müssen.


Anscheinend hattest du die " Familiengeschichte", die deine Tochter dir erzählte, ja geglaubt. Demnach, müsste der Freund deiner Tochter mindestens (!) 21 Jahre in Deutschland leben.
Wie kommst du darauf, dass er als arbeitsfähiger Arbeitsverweigerer Anspruch auf Sozialleistungen hat, bzw. alle "Zugewanderten" nicht arbeiten müssen und ihnen dennoch Grundversorgung geleistet wird?

Ich denke, dass du hier irrst. Fakt ist wohl, dass Asylbewerber eine zeitlang nicht arbeiten DÜRFEN, aber zu dieser Gruppe gehört der Freund ja gar nicht...

Wahrscheinlicher ist, dass er - der Schilderung zufolge- eher keine Leistungen erhält und aus diesem Grund vielleicht auch bei der Mutter wohnt (wenn dieser Teil der Geschichte stimmt)

Ich kann dir nur, wie meine Vorschreiberinnen auch, raten zur Polizei zu gehen und dir dort Rat einzuholen.
Zudem- Geldhahn fest zudrehen (ohne schlechtes Gewissen) und sie ansonsten zu stärken und den Zugang zu ihr zu pflegen.

Deiner Tochter wünsche ich, dass sie wachsam und kritisch ist- und nicht alles glaubt, was man ihr auftischt.
Dir auch.
Ja, eigentlich wünsche ich das uns Allen. *woot*


Antigone
24.11.2017, 22:10 Uhr | AnjaLe
Hallo,

gut, ich denke, wenn diese Familie Sozialleistungen bezieht und die Geldzuwendungen und andere Geldwerte Vorteile nicht angemeldet wurden, könnte Eure Tochter möglicherweise wegen Beilhilfe zum Sozialbetrug herangezogen werden, ich denke, das marinadiezweite das mit "Mitwisserschaft" meinte. Hier mit einer Anzeige zuvorzukommen würde da entlastend wirken.

Manchmal macht Liebe auch blind. Schenke ihr zu Weihnachten Bücher wie "Nicht ohne meine Tochter" , "Flucht in die Hoffnung" oder die von Evelyn Kern, vielleicht wird sie dann schlau.

Alles gute

Anja
24.11.2017, 12:06 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo Kirielf,

klasse, dass Sie unsere Hinweise aufgreifen! Leider sind gerade liebenswerte hilfsbereite Menschen die geeigneten Opfer!

Offensichtlich wird Ihre Tochter bereits unter Druck gesetzt oder bedroht. Diese Familiengeschichte berichtet Ihre Tochter aufgrund der Erzählungen des Mannes? Ehrlich gesagt, glaube ich nicht viel davon. Ich möchte Sie ermutigen, tatsächlich die Polizei zwecks Beratung oder Unterstützung aufzusuchen. Ebenfalls könnte man die Möglichkeit einer Anzeige prüfen lassen.

Versuchen Sie Ihre Tochter zu stärken und geben Sie ihr die Rückmeldung, dass es gut ist, dass sie alles erzählt! Sie und die gesamte Familie stehen hinter ihr! Vielleicht können Sie vorsichtig über Täterstrategien und Opfer informieren!? Sie sollten am Ball bleiben!

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg *smiling*
24.11.2017, 10:05 Uhr | marinadiezweite
Hallo kierilf, du beschreibst die Situation der Familie des Freundes deiner Tochter. Ja, klar, alles traurig. Doch so spontan denke ich auch, man muss unbedingt Mitleid, Mitgefühl und Liebe trennen. Wenn sie ihn liebt, das kann sie ja. Wenn sie Mitgefühl ausserdem hat, ist ja auch in Ordnung. Aber es kann nicht angehen, dass eure Tochter und dann auch noch ihr mitleidet unter dieser Geschichte. Der junge Mann, der gar nicht mehr so jung ist, hat es doch nicht schlecht. Und deine Tochter ist doch nicht schuld an seinem und dem Dilemma und dem Dilemma der Ausländer allgemein.
Gar nicht aber geht, wenn sie und er gemeinsam versuchen, euch in dieses vermeindliche Elend mit hineinzuziehen.
Gern kann deine Tochter davon erzählen, wenn ihr beide das abkönnt. Aber dass ihr vor lauter Mitleid auch schon sie unterstützt, damit sie ihn unterstützt. Und er selbst das ausnutzt. Man kann es nicht anders nennen. Das finde ich geht nicht.
Ichglaube, ihr solltet nicht so viel über die Vergangenheit eurer Tochter grübeln, ob ihr da was falsch gemacht habt. Sie ist doch eigentlich eine liebenswerte soziale Person geworden.
Das mit dem Geld sehe ich als: Gelegenheit macht Möglichkeiten. Wenn meine Kinder soviel Geld zur Verfügung hätten, ich wette, sie würden es auch ausgeben. Und auch wenn Eltern darüber wütend sind, es geht sie im Prinzip nichts an.
Eine andere Nummer finde ich aber, dass sich die Tochter nicht mehr aus den Geldfängen befreien kann. Wo lässt er das Geld, wieso gibt sie ihm Dinge, die er verkaufen kann. Ich glaube nicht, dass das so einfach zu erklären ist, weil sie als Kind eher Geld als Liebe erhalten hat. Hat sie ja gar nicht, oder? Eine erwachsene Frau, da ist die Sache mit Liebe meiner Meinung nach ein ganz anderes Feld. Man verliebt sich halt. Und manchmal verliebt man sich so blind, dass man nicht sieht, wie man erbarmungslos ausgenommen wird.
Ich überlege gerade, ob die Schule da Schuld ist. Viele Flüchtlinge haben einfach eine andere Weltsicht. Das ist, als wenn deine Tochter ein Schild auf der Stirn hat, nehm mich aus. Nutz mich aus.
Ich habe keine Tipps für euch. Denn die Tochter muss das allein schnallen. Mir wird schon schwindelig, wenn man dran denkt, dass sie teilweise wegen Mitwisserschaft belangt werden könnte. Spendet ihr ein offenes Ohr aber kein Geld mehr. Sonst kapiert sie es erst, wenn es zu spät ist.
23.11.2017, 23:20 Uhr | Kirielf
Vielen Dank nochmals.
Wir haben den Rat und die Tips inzwischen befolgt
und ich berichte bald, wie es weiter gegangen ist.
Zuletzt editiert am: 04.12.2017, 20:37 Uhr, von: Kirielf
22.11.2017, 10:46 Uhr | AnjaLe
Hallo Kirielf,

ich sehe das wie Frau Winzenberg, indem ich mich darüber mal mit der Polizei unterhalten würde.
Das, was Du schilderst erinnert mich an die sog. "Loverboy" Szene, oder das "Bezness", aus dem englischen Business abgeleitet. Das beschreibt ein Vorgehen junger Männer, vornehmlich auch Nordafrika, um junge Frauen aus Europa "auszunehmen". Das ,was Du beschreibst, passt exakt in dieses Bild.

Leider wird das Thema in Deutschland wenig thematisiert, in den Niederlanden hingegen gibt es spezielle Beratungsstellen und Leute bei der Polizei, die sich speziell damit beschäftigen. Wenn er merkt, das nichts mehr zu holen ist, verschwindet über Nacht, oder er versucht, ihr andere Wege des Gelderwerbs aufzuzeigen!! Ich an Deiner würde nichts unversucht lassen, um Deine Tochter da raus zu holen.

Viele Grüße
Anja
22.11.2017, 08:08 Uhr | marinadiezweite
Hallo Kirielf, die Geschichte ist ja wirklich dramatisch. Ich gebe aber gleich vorneweg zu bedenken, dass eure Tochter volljährig ist. Die Frage, ob du was falsch gemacht hast, stellt sich mir gar nicht. Es hat nicht immer eine Ursache, wenn junge Erwachsene so handeln. Und man muss auch nicht immer was falsch gemacht haben. Es scheint natürlich so, dass der Tochter was fehlt. Der Vater vielleicht, Liebe oder so. So versucht sie anscheinend sehr arglos, in einer Beziehung diese Liebe zu bekommen. Definitiv nimmt der Mann sie aus.
Es ist aber auch ein sehr großes Stück Unbedachtheit und Gutmütigkeit der Tochter. Meiner Meinung nach solltet ihr diese fatale Gutmütigkeit nicht unterstützen. Denn sie lässt sich nichts sagen. Warum gibt sie dem Mann ihre Wertsachen? Das verstehe, wer will.
Ich meine, ihr solltet jetzt mit offenen Karten spielen. Das fängt damit an, dass ihr euch nicht mehr anpumpen lasst. Klare Regeln. Nur so lernt sie mit Geld umzugehen. Nicht, indem ihr sie erinnert, wie schwer es ist, Geld zu verdienen und zu sparen. Sondern indem einfach kein Nachschub kommt. Sie hat für eine junge Frau ihres Alters einfach schon zuviel Geld zur Verfügung gehabt. Das schafft nicht jeder junge Mensch, sinnvoll damit was zu machen. Aber sie verdient ja auch und deshalb denke ich, ihr solltet sie nicht unterstützen, aber auch nicht mehr belehren.
Offene Karten heißt, dass ihr sagt, ihr wisst von den aufgelösten Sparbriefen. Ich glaube, ich würde weder einen Kreditvertrag für den Freund aufsetzen. Noch die Internetverkäufe verfolgen. Das alles muss eure Tochter tun. Da würde ich mir ein offenes Ohr bei ihr verschaffen, sie aber nicht weiter drängen. Nur so wird sie mehr erzählen. Eventuell auch mal um Rat fragen. Liebe macht ja bekanntlich blind.
Die letzten drei Wochen des Monats aushelfen, das finde ich geht gar nicht. Sag ihr das am besten noch bevor sie ihren neuen Lohn bekommt. Sonst lernt sie das niemals, wenn du ihr immer leihst. Nur ohne deine finanziellen Polster wird sie das verstehen und sich vor allem verändern.
Zuletzt editiert am: 22.11.2017, 08:10 Uhr, von: marinadiezweite
21.11.2017, 13:52 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo Kirielf,

als Moderatorin in diesem Unterforum der Virtuellen Beratungsstelle begrüße ich Sie herzlich!

Ihre volljährige Tochter scheint unter dem Einfluss des neuen Freundes all ihr "Vermögen" an ihn abzugeben. Auch Freundinnen werden mit Geldzuwendungen bedacht. Ihre Sorge kann ich gut nachvollziehen! Es ist wirklich schade, wenn das Geld, das sich Verwandte vielleicht mühselig zusammengespart haben, um ein Geldgeschenk an die Enkelin oder Nichte zu machen, verschleudert wird.

Mein spontaner Gedanke war: "Das klingt ja kriminell!" Gut, dass Sie das Problem in der Familie geöffnet haben und erst einmal weitere Geldgeschenke verhindern. Meiner Ansicht nach sollten Sie kein schlechtes Gewissen haben, sondern eher gemeinsam weiter überlegen, wie man an Ihre Tochter herankommt. Sprechen Sie sie offen an und machen Sie offen, dass Sie Kenntnis von der Auflösung der Ersparnisse haben. Sie sind und bleiben Eltern und haben das Recht, Dinge, die schief laufen, offen auf den Tisch zu legen! Auch die Großeltern haben das Recht, ihre Meinung und Sorge gegenüber der Enkelin zu äußern. Volljährigkeit oder nicht, vielleicht wird Ihre Tochter unter Druck gesetzt oder über eine betrügerische Masche ausgenommen. Sie sollten ihr auf jeden Fall sagen, dass sie immer kommen kann und Unterstützung erhalten wird. Nicht in Bezug auf Geld! Außerdem gibt es Beratungsstellen, wo sie sich Hilfe holen könnte

Ich kann mir auch durchaus eine Beratung durch die Polizei vorstellen. Ich äußere diese Hinweise auf dem Hintergrund der Erfahrung, dass solche Vorgänge in der Regel nicht in neuen Beziehungen vorkommen und das beschriebene Verhalten ungewöhnlich klingt.

Gerne tauschen wir uns weiter mit Ihnen aus!

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg *smiling*

Treffer: 9

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